Standort der größten iPhone-Fabrik der Welt: China beendet Lockdowns

Nach Protesten der Bevölkerung hat China damit begonnen, seine COVID-Maßnahmen zu entschärfen. In Zhengzhou wurde der Lockdown beendet.

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Gebäude in der Innenstadt von Zhengzhou,

(Bild: Windmemories / cc-by-sa-4.0)

Von
  • Ben Schwan

Nach schweren Protesten der Bevölkerung in vielen chinesischen Städten, die sich gegen die Zero-COVID-Politik der chinesischen Regierung richteten, hat Peking damit begonnen, seine Virenschutzmaßnahmen zu lockern. Betroffen ist auch die Stadt Zhengzhou in der Region Henan mit 12 Millionen Einwohnern, die die größte iPhone-Fabrik der Welt beherbergt, heißt es in Medienberichten.

In Zhengzhou hat Apple seit Wochen schwerwiegende Probleme, sein iPhone 14 Pro und 14 Pro Max im riesigen Werk des Fertigers Foxconn produzieren zu lassen, was das Unternehmen im Weihnachtsquartal viele Verkäufe kosten könnte. Arbeiter litten dort unter Lockdown-Maßnahmen und Problemen bei Versorgung und Bezahlung, was zuletzt zu einer regelrechten Flucht von Mitarbeitern aus der Fabrik, die bei Vollauslastung 200.000 bis 300.000 Mitarbeiter beschäftigt, führte.

Nun entschied die Stadtregierung, einen am letzten Freitag eingerichteten Lockdown der innerstädtischen Bezirke aufzuheben. Zuletzt waren die Corona-Fälle in China stark angestiegen, was mit der sich schnell verbreitenden Omikron-Variante zu tun hat. Zudem ist in China der Impfschutz schlechter als in westlichen Ländern – viele alte Menschen erhielten noch keinen Booster, zudem werden traditionell keine mRNA-Impfstoffe verwendet. Das Land führt deshalb extrem harte Lockdowns durch, bei denen ganze Häuser und Stadtteile abgesperrt werden. Infizierte oder Kontakte von Infizierten werden in Quarantänelagern isoliert.

Neben Zhengzhou sollen die Lockdown-Maßnahmen im Rahmen der "dynamischen Zero-COVID-Politik", wie die Kommunistische Partei ihre Maßnahmen nennt, auch in anderen Regionen beendet werden, darunter Guangzhou und Shanghai. Apple ist insbesondere von den Lockdowns in Zhengzhou betroffen, wo bislang der einzige Standort für iPhone 14 Pro und 14 Pro Max, die am stärksten nachgefragten iPhone-Modelle in diesem Jahr, liegt. Der Konzern begann aber, Aufträge an die Fertiger Pegatron und Luxshare zu vergeben, was jedoch nur 20 Prozent der Kapazität ausmacht und zudem Wochen dauern könnte.

Die Beendigung der Maßnahme in Zhengzhou sei nun aber "eine kleine gute Nachricht im dunklen Sturm" für Apple, erklärte Analyst Daniel Ives von Wedbush Securities gegenüber CNN. Es stehe für Apple aber viel Arbeit an, die Fabriken wieder hochzufahren. Apple könnten die Probleme bis zu einer Milliarde US-Dollar Umsatz in der Woche kosten, hieß es. Die Probleme bestehen seit Oktober, als erstmals Arbeitnehmer die Fabrik verließen, weil sie die Lockdown-Maßnahmen nicht mehr mitmachen wollten.

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(bsc)