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Starlink: SpaceX plant nach Amazon-Beschwerde doch keine zweite Konstellation

Martin Holland

(Bild: CG Alex/Shutterstock.com)

SpaceX wollte zuletzt Starlink-Satelliten in einer zweiten Konstellation um die Erde kreisen lassen. Nun verabschiedet sich das Unternehmen von dem Plan.

SpaceX hat sich von dem Plan verabschiedet, seine Starlink-Satelliten in zwei verschiedenen Konstellationen um die Erde kreisen lassen zu wollen. Das teilte das US-Raumfahrtunternehmen jetzt der US-Telekommunikationsaufsicht FCC mit. Gegen die Pläne hatte unter anderem Amazon lautstark protestiert.

Amazon plant eine eigene Satellitenkonstellation, um überall einen Internetzugang herzustellen, hat aber noch nicht mit dem Aufbau begonnen. SpaceX hat dagegen bereits fast 2000 Starlink-Satelliten ins All gebracht, für 4408 gibt es eine Genehmigung. Insgesamt will Elon Musks Unternehmen aber 30.000 Satelliten starten und um den großen Rest ging es. Für den und die Satelliten der 2. Generation hatte SpaceX eine zweite Konfiguration geplant.

Nicht nur Amazon hatte kritisiert [1], dass sich SpaceX mit den Plänen Bereiche im All gewissermaßen unter den Nagel reißt und der Konkurrenz immer weniger Platz lässt. Mit der Rücknahme des Antrags [2] will SpaceX dieser Kritik nun den Wind aus den Segeln nehmen und gleichzeitig erreichen, dass die FCC den Vorschlag schneller prüft.

SpaceX will bereits im März damit beginnen, Starlink-Satelliten der zweiten Generation ins All zu schicken, hat dafür aber noch keine Genehmigung. Gegenwärtig nimmt die FCC noch Stellungnahmen zu dem Antrag von SpaceX entgegen; nachdem der nun geändert wurde, wurde die diesbezügliche Frist bis zum 8. Februar verlängert.

SpaceX baut Starlink seit 2019 auf. Mit der Satellitenkonstellation sollen Regionen einen schnellen Internetzugang bekommen, die über konventionelle Technik nicht wirtschaftlich anzubinden sind. Um über Starlink online zu gehen, braucht es nicht mehr als eine kleine Antenne, die sich mit den Satelliten verbindet, einen WLAN-Router liefert SpaceX mit. Wo das Angebot bereits verfügbar ist, werden einmalig 499 US-Dollar (beziehungsweise Euro) plus Versandkosten fällig. Monatlich kostet der Internetzugang dann 99 US-Dollar (Euro).

Kritik gibt es unter anderem von Astronomen und Astronominnen, die um den Nachthimmel fürchten [3]. Zuletzt hatte Starlink laut CNBC mehr als 145.000 Kund:innen [4] in 25 Staaten. Die Zahlen seien langsamer gestiegen, auch weil der Chipmangel die Produktion der Starlink-Antennen verzögere.

(mho [5])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-6327633

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Kuiper-vs-Starlink-Amazon-Tochter-beschwert-sich-ueber-neue-Starlink-Satelliten-6176656.html
[2] https://de.scribd.com/document/552045093/SpaceX-Response-to-I-2
[3] https://www.heise.de/news/Starlink-Co-Lichtverschmutzung-wird-auch-in-Mitteleuropa-am-staerksten-6198316.html
[4] https://www.cnbc.com/2022/01/06/spacex-starlink-internet-service-has-more-than-145000-users-so-far.html
[5] mailto:mho@heise.de