Starlink vs. Kuiper: SpaceX und Amazon streiten um Satelliten-Umlaufbahnen

SpaceX ist bereits dabei, ein Satelliten-Internet aufzubauen, Amazon hat das vor. Nun streiten die Firmen vor der FCC um die Orbits.

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(Bild: CG Alex/Shutterstock.com)

Von
  • Martin Holland

Die Raumfahrtfirmen von Elon Musk und Jeff Bezos streiten sich öffentlichkeitswirksam um Umlaufbahnen für ihre geplanten Netzwerke für Satelliteninternet. Auslöser ist der Wunsch von Musks SpaceX, einige Satelliten für Starlink tiefer fliegen zu lassen. Das muss die US-Telecomaufsicht FCC genehmigen, Widerspruch kommt aber von Bezos' Firma Kuiper. Die will ein eigenes Satellitennetz aufbauen und kritisiert den Plan. Die Auseinandersetzung landete nun in der Öffentlichkeit, nachdem Musk seine Meinung auf Twitter kundgetan hat.

Eigentlich werden solche Streitigkeiten ohne große öffentliche Aufmerksamkeit ausgetragen. Musk twitterte nun aber, dass es der Öffentlichkeit nicht dienen würde, Starlink heute "lahmzulegen" für ein Projekt von Amazon, dass "bestenfalls in ein paar Jahren betriebsbereit ist". Damit spielt er darauf an, dass SpaceX bereits mehr als 1000 Satelliten für Starlink im Orbit hat, Amazon noch keinen einzigen. Der Konzern konterte ebenfalls auf Twitter, dass Kuiper eigens so entwickelt worden sei, dass es keine Interferenzen mit Starlink gebe. Die von SpaceX geplanten Änderungen würden nicht nur die Kollisionsgefahr erhöhen, sondern auch bei den Funkfrequenzen für Probleme sorgen. SpaceX sei also dabei, die Konkurrenz "lahmzulegen".

SpaceX hatte Ende 2019 mit dem Aufbau von Starlink begonnen und will darüber Regionen einen Internetzugang liefern, die über konventionelle Technik nicht wirtschaftlich anzubinden sind. Kunden benötigen eine kleine Antenne, die sich mit den Satelliten verbindet, einen WLAN-Router liefert SpaceX mit. Insgesamt hat das Unternehmen schon mehr als 1000 Satelliten ins All gebracht, geplant sind zuerst mehrere Tausend und später sogar mehrere Zehntausend. Bei Preisen von 99 US-Dollar (85 Euro) pro Monat richtet es wohl vor allem an Menschen in Industrieländern, die vom Breitbandausbau nicht erreicht werden. Kritik gibt es an den Plänen auch aus der Wissenschaft, Astronomen befürchten, dass sie Beobachtungsmöglichkeiten verlieren, wenn andauernd Satelliten durchs Bild rasen.

(mho)