State of DevOps 2021: DevOps-Durchsetzung auf halber Strecke ins Stocken geraten

Die elfte Ausgabe des Reports zeigt ein Stocken der DevOps-Entwicklungen bei vielen der befragten Unternehmen und geht den Gründen nach.

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(Bild: Den Rise/shutterstock.com)

Von
  • Silke Hahn

Die elfte Ausgabe des jährlich erscheinenden Reports State of DevOps liegt vor. Sie untersucht den Stand der DevOps-Umsetzung in Unternehmen, Interaktionsmodelle, Team-Identitäten und geht Zusammenhängen zwischen Automatisierung und Cloud-Technologien mit der Umsetzung von DevOps-Praktiken nach. Einer Mehrheit der Befragten gemäß stockt die DevOps-Umsetzung in ihren Unternehmen auf mittlerem Niveau, wie 78 Prozent angaben – während dieser Anteil seit 2018 auf ungefähr gleichem Niveau verharrt, steigt der Anteil derer, die die DevOps-Evolution ihrer Firmen als "hoch" angeben, langsam, aber kontinuierlich auf mittlerweile 18 Prozent. Nur mehr vier Prozent gaben an, dass DevOps in ihrem Umfeld noch gar nicht in die Gänge gekommen sei.

Im Mittelfeld steckengeblieben? Mehrzahl der befragten Unternehmen geht über ein mittleres Niveau an DevOps-Kultur nicht hinaus.

(Bild: Puppet.com)

Ein weiteres Ergebnis der Befragung ist die Korrelation zwischen einer fortgeschrittenen DevOps-Durchdringung und dem Fortschritt der Automatisierung beziehungsweise der Verlagerung von Prozessen in die Cloud. Wenig überraschend nutzen Unternehmen mit hohem DevOps-Anteil auch die Cloud ausgiebig für ihre Geschäftsprozesse und haben viele Abläufe automatisiert, während bei Organisationen im Mittelfeld zwar 65 Prozent angeben, die Public Cloud zu nutzen, jedoch nur 20 Prozent dabei das volle Potenzial der Automatisierungsmöglichkeiten ausschöpfen (gegenüber 57 Prozent bei den Unternehmen mit stark ausgeprägter DevOps-Kultur). Die Korrelation scheint also zwischen dem Grad an Automatisierung und dem Stand der DevOps-Kultur in einem Unternehmen zu bestehen und weniger zwischen der DevOps-Kultur und dem allgemeinen Gang in die Cloud.

Firmen mit hochentwickelter DevOps-Kultur profitieren vom Top-Down-Zuspruch für den Bottom-Up-Wandel.

(Bild: Puppet.com)

Der Umfrage zufolge findet die Förderung von DevOps-Ansätzen offenbar insbesondere "Top-Down" statt, abteilungsübergreifende Prozesse erfahren demzufolge bei den C-Level-Mitarbeitern in Unternehmen mit hoher DevOps-Durchdringung wohl stärkeren Rückhalt. Während in solchen Unternehmen laut Befragten nur etwa zwei Prozent der Verantwortlichen Widerstand gegenüber der Einführung von DevOps-Praktiken leisten, schaut das Verhältnis bei Organisationen mit niedrigem DevOps-Umsetzungsgrad anders aus: Hier ist offenbar nur rund ein Drittel der C-Level-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter DevOps-Ansätzen gegenüber aufgeschlossen und fördert sie auch eher passiv (29 %) als aktiv (6 %), während über die Hälfte der Verantwortlichen dezent oder vehement mauern: 40 Prozent der Befragten aus Unternehmen mit geringem Durchsetzungsgrad gaben an, dass ihre Vorgesetzten passiven Widerstand gegen DevOps leisteten, während 13 Prozent sich offenbar sogar aktiv gegen Änderungen bestehender Prozesse und Zuständigkeiten versperrten.

An der Befragung haben rund 40.000 technische Beschäftigte des DevOps-Sektors teilgenommen. Die Durchführung lag erstmals in den Händen der Continuous Delivery Foundation (CD.Foundation), zuvor hatte zehn Jahre lang Puppet den Survey alleine durchgeführt. Weitere Sponsoren sind neben Puppet Armory, CircleCI und Snyk, allesamt Mitglieder der CD.Foundation. Die Ergebnisse der Umfrage unterliegen der Einschränkung, dass alle Antworten auf einer subjektiven Selbsteinschätzung beruhen.

Wer sich für die Details interessiert, kann den vollständigen Report gegen Übermittlung seiner Kontaktdaten von der Continuous Delivery Foundation beziehen. Eine Kurzfassung steht ohne Preisgabe von Daten im CD.Foundation-Blog bereit.

(sih)