State of DevOps 2021: Site Reliability Engineering steigert die DevOps-Leistung

Laut Report verhilft Entwicklungsteams ein Fokus auf Zuverlässigkeit ihrer DevOps-Praktiken zu besseren Ergebnissen beim Softwarebereitstellen.

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(Bild: Preechar Bowonkitwanchai/Shutterstock.com)

Von
  • Matthias Parbel

Die Analysten und Berater des DORA-Teams (DevOps Research & Assessment) bei Google Cloud haben eine neue Ausgabe ihres regelmäßig erscheinenden Statusberichts zum Thema DevOps vorgelegt. Nachdem die Studie im vergangenen Jahr offenbar aufgrund der Corona-Pandemie ausgefallen ist, liegt mit "Accelerate: State of DevOps 2021" nun der siebte Ergebnisbericht der Umfrage vor, an der weltweit bereits über 32.000 Expertinnen und Experten aus Unternehmen aller Branchen teilgenommen haben. Neben den vier Metriken zur Beurteilung der DevOps-Praktiken – Deployment-Frequenz, Vorlaufzeit für Änderungen, Zeit zur Wiederherstellung eines Dienstes und die Fehlerrate bei Änderungen – hat das DORA-Team erstmals auch den Aspekt Zuverlässigkeit näher beleuchtet, um die Einflüsse des Site Reliability Engineering (SRE) messbar zu machen.

Im Rahmen des aktuellen Reports wurden weltweit rund 1200 Expertinnen und Experten befragt, von denen im Zuge der Corona-Pandemie fast 90 Prozent im Homeoffice gearbeitet haben. Im Vergleich zu den Ergebnissen des State of DevOps 2019 habe sich erneut gezeigt, dass das Tempo beim Adaptieren von DevOps-Praktiken in den Unternehmen weiter zunimmt, und dabei jene Organisationen überdurchschnittlich profitieren, die konsequent den Weg in die Cloud suchen und die DevOps Best Practices umsetzen. Je nach Umsetzungsgrad der vier Metriken unterteilt DORA die Organisationen in die vier Gruppen Elite, High, Medium und Low Performer. Gegenüber 2019 stieg der Anteil der den ersten beiden Gruppen zugeordneten Unternehmen von 43 auf 66 Prozent.

Damit einher gehe eine deutliche Zunahme der verzeichneten DevOps-Performance, die sich unter anderem in beschleunigter Software Delivery niederschlägt. Demnach konnten die Elite Performer ihre Vorlaufzeit für Änderungen (Lead Time for Changes) im Durchschnitt von knapp einem Tag auf unter eine Stunde verkürzen. Insbesondere im Vergleich zu Low Performern ergibt sich dadurch eine deutlich erhöhte Delivery-Rate: Elite-Organisationen stellen laut Report bis zu tausendmal häufiger neue Releases bereit als Low Performer. Darüber hinaus profitieren sie von spürbar kürzeren Zeiten zur Wiederherstellung eines Dienstes (mean-time-to-restore) und einer geringeren Fehlerrate bei Änderungen (change fail rate).

(Bild: Accelerate: State of DevOps 2021; Google Cloud)

Während DORAs vier Software-Delivery-Performance-Metriken im wesentlichen Rückschlüsse auf die Verfügbarkeit von Anwendungen zulassen, spielt die Zuverlässigkeit des Gesamtsystems eine zunehmend wichtigere Rolle. Sie ist neben Verfügbarkeit, Latenz, Performance und Skalierbarkeit das Kernanliegen des Site Reliability Engineering (SRE), dessen Praktiken bereits über die Hälfte (52 %) der Umfrageteilnehmer verwenden. Im Report 2021 hat das DORA-Team daher erstmals Reliability als fünfte Metrik beleuchtet und Teilnehmende gebeten, ihre Fähigkeit zu bewerten, die eigenen Zuverlässigkeitsziele zu erreichen oder gar zu übertreffen. Zwar fehlen noch Vergleichswerte aus früheren Studien, die gewonnenen Erkenntnisse deuteten aber an, dass DevOps-Teams, die auch SRE-Praktiken konsequent umsetzen, tendenziell nicht nur von höherer Leistung bei der Softwarebereitstellung und beim Betrieb profitieren, sondern auch bessere Geschäftsergebnisse erzielen.

Weitere Erkenntnisse und Details zu den Rahmenbedingungen des Reports finden sich im Google-Cloud-Blogbeitrag. Die komplette Studie "Accelerate: State of DevOps 2021" steht auf der Website kostenlos zum Download parat – die Anbieter erwarten lediglich eine Registrierung unter Angabe einiger persönlicher Daten.

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