State of JavaScript: Wo stehen die Skriptsprache und ihre Community zurzeit?

Die Ergebnisse der Umfrage für 2020 liegen vor: WebAssembly und PWAs sind wohl verbreiteter als im Vorjahr und das Framework Svelte befindet sich im Aufwind.

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(Bild: StateOfJS.com)

Von
  • Silke Hahn

Die fünfte Ausgabe der jährlich durchgeführten Umfrage zum Stand der JavaScript-Welt liegt vor: Rund 23.000 Entwickler haben den Ausrichtern ihre praktischen Erfahrungen und Einschätzungen zur Skriptsprache mitgeteilt, die Auswertung "State of the JS" macht aktuelle Trends sichtbar. TypeScript erfreut sich konstant steigender Beliebtheit, und bei den Frontend-Frameworks wächst das Interesse an Svelte weiter: Von allen erhobenen Technologien hatte es den höchsten Zuwachs an Nutzern.

Über die Hälfte der Befragten hat sich inzwischen mit Progressive Web Apps (PWA) beschäftigt (56 Prozent gegenüber 48 Prozent im Vorjahr). Am neugierigsten sind die Befragten offenbar auf GraphQL, das am häufigsten auf der Lern-Wunschliste stand. In den freien Eingabefeldern fand IntelliJ IDEA besonders oft Erwähnung, und die höchste Zufriedenheit verzeichnete die Erhebung mit der Testing Library (fast 97 Prozent der Befragten).

Aufsteiger bei den Frontend-Frameworks ist offenbar Svelte: 66 Prozent der Befragten fanden das Framework am interessantesten, womit es bereits zum zweiten Mal vorne liegt. Vue und React folgen dahinter. Die Frage war allerdings differenziert nach Interesse und tatsächlicher Nutzung: So ist das Interesse an Svelte zwar ausgesprochen hoch, verbreiteter ist jedoch React (80 Prozent der Befragten nutzen es bereits).

Ein Blick in die Datenkurve von 2016 bis 2020 zeigt, dass Angular seit Beginn der Erhebung zwar stark in der Beliebtheit gesunken ist, allerdings ist es laut Selbstauskunft der Survey-Teilnehmer weiterhin das zweitverbreiteste Framework (mit 56 Prozent aktiven Nutzern unter den Befragten). Im Detail ist der Unterschied noch greifbarer: Fast 60 Prozent gaben an, dass sie React lernen wollen, während nur rund 20 Prozent vorhatten, sich vertiefend oder neu mit Angular auseinandersetzen zu wollen.

Rangliste der Frontend-Frameworks nach Zufriedenheit der Nutzer.

(Bild: stateofjs.com)

Vor vier Jahren sah das noch anders aus, damals hatten rund 40 Prozent der Befragten bekundet, sich künftig mit Angular beschäftigen zu wollen. Allerdings sind solche Vergleiche stets mit Vorsicht zu genießen, da die Erhebungsdaten nicht offenlegen, ob die gleichen oder andere Entwickler sich geäußert haben und da die genauen Gründe aus den erhobenen Daten auch nicht hervorgehen. Vorsichtig interpretiert ist Angular offenbar für den vom Survey erfassten Teil der Community kein Mehrheits-Trend mehr.

Laut Survey führen neue JS-Libraries zu hoher Zufriedenheit, werden aber trotzdem selten genutzt. Dieser Widerspruch macht die Auswahl der passenden Technologie für Entwickler offenbar knifflig. Von den Nutzerzahlen her liegt bei den regelmäßig verwendeten Libraries Axio vorne mit rund 11.600 Nutzern unter den Befragten (also fast die Hälfte der Survey-Teilnehmer), ähnlich beliebt sind Lodash (auch über 11.000) und Moment (rund 10.000 Nutzer unter den Befragten). Libraries wie RxJS und jQuery lagen von den Nutzerzahlen her im Mittelfeld (über 4.000 der Befragten), das Schlusslicht bildeten Luxon, Ramda und Immer mit unter 2.000 bekennenden regelmäßigen Nutzern.

Die Teilnahme am Survey war in 16 Sprachen möglich, die große Mehrheit (über 80 Prozent) der Befragten nahm auf Englisch teil. Danach folgten mit unter 5 Prozent in absteigender Folge Spanisch, Französisch, Russisch, Deutsch und Chinesisch. Die Mehrheit der Befragten (rund 30 Prozent) gab an, ein Jahreseinkommen von fünfzig- bis hunderttausend US-Dollar zu erzielen. Rund ein Viertel lag darüber, der Rest darunter. Allerdings sind die im Survey angegebenen sozioökonomischen Daten nicht unmittelbar vergleichbar, wegen unterschiedlich hoher Lebenshaltungskosten, unterschiedlich langer Berufserfahrung und unterschiedlichen Beschäftigungsverhältnissen (eine Aufschlüsselung bietet der Survey nicht, eventuell findet sie sich in den Rohdaten).

Die meisten Studienteilnehmer waren männlich (über 91 Prozent), knapp 6 Prozent weiblich. Ein Prozent gab als Geschlechtsidentität "divers" an, und etwa zwei Prozent wollten hierzu keine Angaben machen. Immerhin gab die überragende Mehrheit aller Befragten (fast 90 Prozent) an, es sehr zu genießen, JavaScript-Apps zu bauen.

Den vollständigen und noch deutlich detailreicheren Survey 2020 finden Interessierte online. Die JSON-Rohdaten stehen bei Kaggle zum Download bereit. Survey und Daten sind kostenlos verfügbar – Enthusiasten, die die Durchführung unterstützen möchten, können sich beim Anbieter optional ein Fanleiberl mit dem JS-Periodensystem besorgen.

(sih)