Statt China: Apple setzt vermehrt auf Samsung-Flash

Eigentlich wollte Apple 3D-NAND-Module von Yangtze Memory Technologies kaufen. Nach US-Sanktionen soll Speicher nun stärker von Samsung kommen.

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Patentstreit beigelegt

(Bild: dpa, Peter Kneffel)

Von
  • Ben Schwan

Apple verteilt Bestellungen von NAND-Flash-Speichermodulen für das iPhone verstärkt zurück auf Samsung. Ursprünglich sollten große Teile der für den chinesischen Markt gedachten Smartphones des Unternehmens künftig von dem neuen Lieferanten Yangtze Memory Technologies Co. (YMTC) versorgt werden. Der steht allerdings kurz davor, auf eine Sanktionsliste der Vereinigten Staaten von Amerika zu geraten und wird jetzt bereits auf der sogenannten Unverified Trade List geführt, die eine Vorstufe darstellt.

Eigentlich galt Apples Großbestellung bei YMTC, die bereits vor vier Jahren angekündigt worden war, als großer Erfolg für die Volksrepublik. Höherwertige Komponenten und Speichermodule für das iPhone kamen bislang stets von Unternehmen aus anderen Ländern. Wie nun das in Taiwan erscheinende Elektronikfachblatt DigiTimes schreibt, sieht sich Apple gezwungen, zurück zu Samsung zu wechseln. Das gelte für das Gesamtjahr 2023.

Die Speicherchips des chinesischen Herstellers sollten speziell in den für den chinesischen Markt gedachten iPhone-Modellen und anderen Apple-Produkten zum Einsatz kommen. Ob diese Sourcing-Entscheidung mit Druck durch die chinesische Regierung zu tun hatte oder Apple hier ein Einsparpotenzial sah, blieb unklar. Es galt jedenfalls als Möglichkeit, iPhones noch stärker als "Made in China" zu platzieren. Endmontiert werden sie dort schon immer.

Ursprünglich hatte Apple geplant, 3D-NAND-Flash-Speicherchips mit 128 Lagen von YMTC zu erwerben. In Planung war, bis zu 40 Prozent aller Module von der chinesischen Firma aus Wuhan zu beziehen. Ob Apple darüber nachdachte, die Speicherchips auch für Geräte, die für andere Weltregionen gedacht waren, zu nutzen, ist unbekannt. Im Oktober wurde dann berichtet, dass YMTC im Rahmen einer neuen Sanktionsrunde der Biden-Regierung auf der "Unverified"-Liste steht und wohl innerhalb von Wochen auf der Entity List landet. Dies würde alle Handelspartner des Unternehmens dazu zwingen, sich bei der US-Regierung um nur sehr schwer zu erlangende Lizenzen zu bemühen, bevor sie ihnen auch nur die einfachsten technischen Produkte liefern. Damit könnte die Produktion gestört werden – und auch Apple selbst könnte als Käufer Scherereien bekommen.

Einen Totalverlust für China stellt die Rückkehr zu Samsung, einem langjährigen Partner für Speichermodule auch in Mac und iPad, allerdings nicht dar: Laut DigiTimes wird Apple explizit NAND-Module aus einem Werk der Südkoreaner in China selbst beziehen. Die Fabrik in Xian beherrscht die Produktion von Speichern mit 128 bis 176 Schichten. Bislang läuft das Geschäft noch gut – im Gegensatz zur Konkurrenz hat Samsung seine Kapazitäten noch nicht heruntergefahren, während andere Firmen an Nachfragerückgängen leiden.

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(bsc)