Steam Deck: Häkchen im Store zeigen, wie gut Spiele laufen

Valve möchte mit farbigen Kennzeichnungen markieren, welche Spiele wie gut für das Steam Deck optimiert sind. Dabei wird offenbar streng vorgegangen.

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(Bild: Valve)

Von
  • Daniel Herbig

Spiele auf dem Mobil-PC Steam Deck laufen über die Kompatibilitätsschicht Proton – nur wie gut? Das will Valve mit farbigen Icons kennzeichnen, die in der Deck-Variante des Steam Stores angezeigt werden sollen. Dabei unterscheidet Hersteller Valve nach "Verifiziert", "Spielbar", "Nicht unterstützt" und "Unbekannt".

Verifizierte Titel sind Videospiele, die auf dem Steam Deck unmittelbar und ohne Frickelei aufseiten der Spielerinnen und Spieler laufen. Als "Spielbar" deklariert Valve Games, die zwar grundsätzlich laufen, aber möglicherweise Kompromisse oder zusätzlichen Konfigurationsaufwand erfordern. "Nicht unterstützt" sind voraussichtlich nur wenige Titel – Valve nennt in einem Erklärvideo VR-Spiele als Beispiel. "Unbekannt" bedeutet schlicht, dass das vorliegende Produkt nicht geprüft wurde, was bei einer Bibliothek von über 50.000 sicherlich recht häufig vorkommen wird.

Das Steam Deck basiert auf einem Linux-Betriebssystem. Die üblicherweise primär für Windows ausgelegten Spiele werden über die Kompatibilitätssoftware Proton abgespielt. Schon seit 2016 arbeitet Valve an Verbesserungen für die Software, beispielsweise an einer auf Vulkan aufsetzenden Direct3D-12-Implementierung, Geschwindigkeitsverbesserungen für Direct3D 9 und 11 sowie das "esync"-Patchset für verbesserte Multithread-Performance.

Neben der reinen OS-Kompatibilität fließen auch Formfaktor und Hardware-Power des Mobil-PCs in die Klassifizierungen ein, beispielsweise was die Lesbarkeit von Text oder die voreingestellten Grafikoptionen angeht. Interessant ist, dass Valve die Unterscheidung zwischen "Verifiziert" und "Spielbar" offenbar recht kleinlich vornimmt: Beim im Video gezeigten Spiel "Team Fortress 2" reicht bereits die Notwendigkeit, an bestimmten Stellen den Touchscreen oder die On-Screen-Tastatur benutzen zu müssen, zur Abstufung.

Auf einer Webpage zum Prüfverfahren nennt Valve andere Aspekte, die zur Abwertung führen können: Das Spiel muss etwa die Steam-Deck-Auflösung von 1280 × 800 oder 1280 × 720 voll unterstützen, um als "Verifiziert" durchzugehen. Außerdem muss der Titel in einer Standardkonfiguration starten, die eine "spielbare Bildfrequenz" ermöglicht. Muss ein User manuell die Grafikeinstellungen runterschrauben, geht das grüne Häkchen flöten. Das Gleiche passiert, wenn Text auf dem kleinen Display nicht ausreichend gut lesbar ist oder beim Spielstart ein Kompatibilitätshinweis angezeigt wird.

Valve zeigt Beispiele für Spiele-Einstufungen: Der grüne Haken wird nur dann vergeben, wenn wirklich alles passt. VR-Spiele funktionieren dagegen auf dem Steam Deck gar nicht.

(Bild: Valve)

Was genau zur Bewertung individueller Spiele beigetragen hat, erfahren Spielerinnen und Spieler über einen "Mehr lernen"-Button im Steam-Store. Der führt in ein Menü, das offenlegt, worauf sie sich beim Spielen einstellen müssen.

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Valve testet offenbar bereits Spiele auf dem Steam Deck, um direkt zum Launch für Orientierung unter Käuferinnen und Käufern zu sorgen. Weitere Titel sollen geprüft werden, wenn sie "automatisierte Heuristiken erfüllen" oder von Valve als "wichtig" eingestuft werden. Entwicklerstudios können außerdem manuell eine Kompatibilitätsprüfung anstoßen – laut Valve haben dazu bisher aber nicht alle Studios die Berechtigungen. Damit möchte das Studio offenbar die Flut an Prüfanträgen vor dem Start des Steam Decks eindämmen.

Das Steam Deck kann als mobiler PC oder als mobile Spielkonsole angesehen werden. Im groben Formfaktor der Nintendo Switch (wenn auch deutlich größer und kräftiger) kommt das Deck mit verschiedenen Controller-Elementen und einem Touchscreen. Das Gerät eignet sich vorrangig zum Spielen von Games, kann als Linux-System aber auch andere Desktop-Aufgaben ausführen. Im Dezember 2021 sollen erste Chargen des Steam Deck verfügbar werden. Wer noch nicht vorbestellt hat, muss aber mindestens bis ins kommende Jahr warten.

(dahe)