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Steam Deck: Handheld-PC mit Desktop-Grafikkarte gepaart

Bastelfreudige können allerhand mit Valves Handheld-PC Steam Deck anstellen – etwa eine ausgewachsene Desktop-Grafikkarte verbinden.

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(Bild: ETA PRIME)

Mit ein bisschen Bastelmotivation lässt sich die Grafikleistung von Valves Steam Deck vervielfachen – bloß als Handheld-PC lässt sich das Gerät dann nicht mehr bezeichnen. Der Bastler "ETA PRIME" zeigt in einem Youtube-Video, dass das Steam Deck mit einer externen Desktop-Grafikkarte funktioniert, wenn man ein paar Hürden in Kauf nimmt.

Das Unterfangen funktioniert ausschließlich über den M.2-Anschluss, dessen vier PCI-Express-3.0-Lanes eigentlich für eine SSD gedacht sind. Ein Adapter von M.2 auf einen PEG-Steckplatz (physisch PCIe x16) ermöglicht die Kommunikation zwischen CPU und GPU. Externe GPU-Gehäuse mit USB-Typ-C funktionieren nicht, da sie Thunderbolt voraussetzen, welches das Steam Deck jedoch nicht beherrscht. USB 3.2 Gen 2 (10 Gbit/s) kann nicht mit dem notwendigen PCIe-Protokoll umgehen.

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Das Internet ist voll von heißen IT-News und abgestandenem Pr0n. Dazwischen finden sich auch immer wieder Perlen, die zu schade sind für /dev/null.

Zum Anschluss der Desktop-Grafikkarte muss man die Gehäuserückseite des Steam Decks abnehmen und offenlassen. Das Betriebssystem läuft dann bei der günstigsten Version über den verlöteten eMMC-Flash-Speicher oder bei den teureren ohne diesen Speicherbaustein über eine Micro-SD-Karte. Spiele lassen sich über eine flottere USB-SSD starten.

Außer einem M.2-Adapter und einer Desktop-Grafikkarte ist zudem ein eigenständiges PC-Netzteil notwendig, das die Grafikkarte mit Strom versorgt.

In der Praxis funktionieren ausschließlich Radeon-Grafikkarten, "ETA PRIME" verwendete eine AMD Radeon RX 6900 XT des Herstellers ASRock. Mit den GeForce-Modellen RTX 3060, GTX 1650 und GTX 1650 bootete das Steam Deck gar nicht erst – womöglich ein Firmware-Problem. Der Custom-Kombiprozessor im Gerät stammt von AMD und hat selbst eine integrierte Radeon-Grafikeinheit. Unter Windows 11 funktioniert die Hardware mit allen notwendigen Treibern problemlos.

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In den Grafik-Benchmarks von 3DMark steigt die 3D-Leistung erwartungsgemäß erheblich: Im Fire Strike liefert die Kombination aus Steam-Deck-CPU und Radeon RX 6900 XT 16.357 statt 4340 Punkte mit der integrierten GPU, im Time Spy 10.395 statt 1722 Punkte.

In 3D-Spielen wird die Grafikkarte durch das magere PCIe-3.0-Interface mit vier Lanes und teilweise durch die vier CPU-Kerne des Steam Decks ausgebremst. Spiele wie "Cyberpunk 2077" laufen selbst in 4K-Auflösung mit 3840 × 2160 Pixeln immer mal wieder ins CPU-Limit, sodass die GPU nicht komplett ausgelastet ist.

Das liegt an der Ausrichtung des Kombiprozessors: Die vier CPU-Kerne balancieren die RDNA-2-GPU mit 512 Shader-Kernen (1,6 TFlops) aus und sind nicht für den Einsatz einer 5120-Shader-Grafikkarte mit 23 TFlops gedacht. Grundsätzlich stellt die ungewöhnliche Hardware-Kombination aus Steam-Deck-CPU und Radeon RX 6900 XT aber aktuelle Titel in 4K-Auflösung flüssig dar.

Über den Sinn lässt sich derweil streiten. "ETA PRIME" versteht das Youtube-Video als Machbarkeitsstudie.

(mma)