Steam: Valve will keine NFT-Spiele anbieten

Valve möchte auf Steam keine Spiele sehen, die NFTs vertreiben. Epic Games hält sich die Blockchain-Tür dagegen offen.

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(Bild: Casimiro PT/Shutterstock.com)

Von
  • Daniel Herbig

Valve gestattet auf seiner PC-Spieleplattform Steam keine Titel, die NFTs oder Kryptowährungen über die Blockchain verteilen. Das geht aus einer aktuellen Änderung der Store-Richtlinien hervor. Der Austausch und die Vergabe von NFTs in Videospielen ist demnach auf Steam nicht gestattet.

Unklar ist, wann genau diese Regeländerung eingeführt wurde: Das Internet-Archiv Waybackmachine zeigt noch am 6. Oktober eine Version der Richtlinien, denen der NFT-Hinweis fehlt. Es gibt weitere Indizien dafür, dass die Richtlinie frisch ist: Auch in der deutschsprachigen Version der Steam-Richtlinien findet sich der Hinweis auf das Verbot von NFTs und Kryptowährungen beispielsweise noch in Englisch.

Dem Technik-Magazin The Verge ist außerdem aufgefallen, dass der Verbotshinweis auf anderen Steam-Webpages, die nicht gestattete Inhalte listen, noch fehlt. Möglich ist, dass die Einführung des NFT-Verbots auf einen konkreten Fall zurückzuführen ist: Der Entwickler SpacePirate arbeitete an einem Spiel rund um NFTs und schreibt auf Twitter, er habe "die Schlacht mit Steam verloren". Zuvor habe man offen mit Valve über die Inhalte des Spiels "Age of Rust", in dem Puzzle mithilfe von NFTs gelöst werden müssen, kommuniziert. Valve habe sich aber daran gestört, dass in dem Spiel erhältliche Inhalte einen realen Gegenwert haben.

Dieses Argument ist streitbar: In-Game-Inhalte, die auf externen Plattformen gegen Geld gehandelt werden, finden sich nicht nur in anderen auf Steam verfügbaren Titeln. Sie tauchen insbesondere auch in Spielen auf, die Valve selbst entwickelt hat: Darunter sind etwa Kostüme für "Team Fortress 2" und Waffen-Skins für "Counter-Strike".

Nicht-fungible Tokens, kurz NFTs, sind Kryptowährungs-Technik. Der Hash eines Datenpakets, das von der Urheberin oder dem Urheber der Originaldatei auf einer Blockchain-Infrastruktur mit einem private Key signiert wird, lässt sich mit solchen Tokens öffentlich nachvollziehbar verwalten.

Während Steam NFT-Spielen zumindest aktuell eine Absage erteilt, hält sich Konkurrent Epic Games diese Tür offen: Epic-Chef Tim Sweeney schreibt auf Twitter, der Epic Games Store heiße Spiele willkommen, die Blockchain-Technik einsetzen – solange sie sich an Gesetze halten und sich an eine angemessene Altersgruppe richten.

(dahe)