SteamPal: Valve arbeitet angeblich an Linux-PC im Switch-Format

Ein spielefähiger PC mit der Flexibilität der Nintendo Switch: Einem Bericht zufolge arbeitet Valve an einem solchen Gerät. Es soll mit Linux laufen.

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Ein Bild des Steam-Controllers: Ähnliche Kontrollelemente will Valve auf einem Handheld-PC unterbringen.

(Bild: Valve)

Von
  • Daniel Herbig

Steam-Betreiber Valve soll an einem Handheld-PC für Videospiele arbeiten. Das berichtet das US-Technikmagazin Ars Technica, das sich auf nicht näher genannte Quellen bezieht. Der tragbare Computer soll von der Nintendo Switch inspiriert sein und mit Linux als Betriebssystem laufen.

Laut Ars Technica testet Valve derzeit mehrere Prototypen des Handheld-PCs, der intern aktuell als SteamPal bezeichnet werden soll. Ein Prototyp ist dem Technikmagazin zufolge breiter als Nintendos Switch-Konsole und soll neben den gängigen Buttons und Triggern, die man von Gamepads kennt, auch Joystick und ein Touchpad in den seitlichen Steuerelementen unterbringen.

Diese sind wie bei der Switch an der Seite des Geräts platziert, schreibt Ars Technica, lassen sich im Gegensatz zum Nintendo-Vorbild allerdings nicht abnehmen. Der Bildschirm des SteamPal soll sich ebenfalls per Touch bedienen lassen. Technische Details zur Auflösung und der Hardware des SteamPal-Prototyps fehlen weitgehend. Der Handheld-PC soll aber mit einem SoC von Intel oder AMD laufen. Per USB-C-Kabel soll man ihn an größere Bildschirme koppeln können.

Es gibt mehrere Hinweise darauf, dass der SteamPal tatsächlich in Arbeit ist: So haben Entwickler beispielsweise im Code von Steam Hinweise auf ein Gerät gefunden, das erst "Neptune" hieß und schließlich in "SteamPal" umgetauft wurde. Valve-Chef Gabe Newell hat sich auf einer Schulveranstaltung in Neuseeland außerdem zu Konsolenplänen geäußert: Noch in diesem Jahr werde man dazu mehr wissen, sagte Newell dort.

Nintendos Switch ist trotz der schwachen Hardware und einiger technischer Unzulänglichkeiten eine massiv erfolgreiche Plattform: Vor allem die Flexibilität der Konsole überzeugt. Sie ist außerdem aktuell der einzige echte Weg, um Blockbuster-Titel wie "The Witcher 3" oder "Doom" ohne Cloud-Umweg mobil spielbar macht. Kein Wunder also, dass auch PC-Firmen der Switch nacheifern: Beispielsweise hat die Dell-Tochter Alienware einen Prototyp gezeigt, der sich am besten als "Nintendo Switch, aber als PC" bezeichnen lässt. Das "UFO" genannte Gerät kam aber nicht auf den Markt.

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Valve ist in einer besonders guten Position, mit einem Handheld-PC Erfolge zu feiern: Als Betreiber des Spiele-Stores Steam könnte Valve die Hardware vergünstigt anbieten und dadurch entstandene Verluste mit Spieleverkäufen zurückgewinnen – so machen es auch Microsoft und Sony bei ihren Spielkonsolen. Die Auswahl von Linux als Betriebssystem könnte den Preis des SteamPals weiter senken – auch Ars Technica hat aber keine Informationen dazu, wie teuer das Gerät letztlich sein könnte.

Ein früheres Hardware-Projekt von Valve scheiterte dagegen: Die Steam-Machines, eine Branding-Plattform von Gaming-PCs, für die Valve mit OEMs zusammenarbeitete, floppte unter anderem wegen des mangelnden Linux-Supports von Steam-Spielen. Das hat sich mittlerweile deutlich verbessert: Dank Proton sind auch aktuelle Titel häufig schnell auf dem freien Betriebssystem spielbar.

(dahe)