#StopHateforProfit: Prominente lassen Social-Media-Konten ruhen

Um den Druck auf soziale Netzwerke zu erhöhen, mehr im Kampf gegen Falschinformationen und Hass zu tun, legen zahlreiche Prominente ihre Konten lahm.

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(Bild: Screenshot_Instagram_Kim Kardashian)

Von
  • Eva-Maria Weiß

Prominente wollen im Rahmen der #StopHateforProfit-Kampagne ihre Konten in den sozialen Netzwerken von Facebook für 24 Stunden ruhen lassen. Dadurch soll der Druck erhöht werden, mehr im Kampf gegen Falschinformationen und Hass zu tun. Die Kritik kommt prompt: Auf eben jenen Plattformen äußern sich Nutzer, dass die Aktion kaum etwas bringen würde.

Kim Kardashian West hat bei Instagram 188 Millionen Follower. Denen teilte der Reality-TV-Star mit, sie werde am Donnerstag nichts posten: "Ich kann nicht dasitzen und still bleiben, während die Plattformen es erlauben, dass Hass, Propaganda und Falschinformationen geteilt werden – von Gruppen, die separieren und Amerika spalten wollen." Falschinformation habe Auswirkungen auf die Wahlen und unterwandere die Demokratie, schreibt sie weiter. Den Boykott unterstützen unter anderem auch Leonardo DiCaprio, Ashton Kutcher, Sacha Baron Cohen, Jennifer Lawrence und Kate Perry.

Zunächst hatten mehrere Bürgerrechtsorganisationen die Kampagne gestartet und dazu aufgerufen, keine Werbung mehr bei Facebook zu buchen. Dem hatten sich mehr als 90 Unternehmen angeschlossen, darunter auch der Konsumgüterriese Unilever, Coca Cola, VW und SAP. Facebook macht fast seinen gesamten Umsatz durch Werbeerlöse.

Die nun boykottierenden Promis nutzen die verschiedenen sozialen Netzwerke freilich ebenso gratis wie alle anderen Menschen auch. Einbußen hat Facebook also durch 24 Stunden ohne neue Inhalte von ihnen nicht. Fraglich auch, ob dadurch überhaupt insgesamt weniger Beiträge geteilt werden. Dennoch erreichen sowohl die Ankündigung als auch die Kritik an Social Media Millionen Menschen.

Jim Steyer von Common Sense Media, einer Organisation, die mit zur Kampagne aufgerufen hat, hat in einem Interview mit der New York Times gesagt, dass die Teilnehmer auch nach der Pause in den sozialen Netzwerken aufklären wollen. Man hoffe dadurch, junge Menschen zu erreichen und ihnen die Werte der Demokratie nahe bringen zu können. Comedian und Schauspieler Sacha Baron Cohen ruft bei Twitter dazu auf, dass auch andere Nutzer ihre Aktivitäten ruhen lassen sollen.

Der Boykott kommt kurz vor der US-Präsidentschaftswahl. Neben der generellen Kritik an den sozialen Netzwerken geht es auch konkret um die Sorge, dass die Wahlen durch die Plattformen beeinträchtigt werden. Selbst Mark Zuckerberg mahnt, dass diese Gefahr bestanden habe. Facebook hat deshalb eine Untersuchung in Auftrag gegeben, die den Einfluss auf das Wahlverhalten beleuchten soll. Auch werden ab sieben Tagen vor der Wahl keine neuen politischen Anzeigen mehr vom Unternehmen angenommen.

(emw)