Straßenlaternen helfen Parkplätze und Falschparker zu finden

Wärmebildkameras und 5G sollen Autofahrer in Düsseldorf helfen, besser einen Parkplatz zu finden. Die Sensoren können mehr, zum Beispiel Falschparken erkennen.

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So stellt sich die Parkplatzsituation am Fürstenwall im Web dar.

(Bild: duesseldorf.cleverciti.com)

Von
  • Andreas Wilkens

42 Straßenlaternen mit Detektoren helfen jetzt in der Düsseldorfer Innenstadtstraße Fürstenwall bei der Parkplatzsuche. An rund 170 Parkplätzen am Straßenrand wird mit Hilfe von Sensoren an den Laternen die Belegung erfasst und ins Internet übertragen. So können Autofahrer per Smartphone erkennen, wo freie Parkplätze sind. Das soll Nerven und Umwelt schonen – in Innenstadtvierteln habe der Parksuchverkehr einen erheblichen Anteil, heißt es aus Düsseldorf. Die Daten werden zudem auf ein Display an der Kreuzung Fürstenwall/Kronenstraße eingespielt.

Die neuen Straßenlaternen sollen auch in der Lage sein, Ordnungswidrigkeiten zu erkennen, also ob Feuerwehrzufahrten zugeparkt werden oder ob Autos in der zweiten Reihe abgestellt wurden. Sie sollen Verkehrsteilnehmer zählen und in Zweirad, Auto und Lkw klassifizieren können. Auch wird die Fließgeschwindigkeit sowie die Verweildauer ermittelt. Damit sollen die Verkehrsqualität eingeschätzt und der Verkehr gesteuert werden können.

Die Datenerfassung basiert auf der Erkennung von MAC-Adressen, die pseudonymisiert aufgenommen und in einen Zeitstempel umgewandelt werden. Vier Schilder mit Datenschutzhinweisen sind dafür am Fürstenwall platziert worden. Weitere Sensoren erfassen Umwelt- und Wetterdaten.

Vodafone testet auf einer Laterne eine 5G-Antenne. Die Mobilfunk-Technik steckt im Inneren, Antenne und ein technisches Bauteil sind von außen sichtbar. "Hier in Düsseldorf sind 5G-Zellen erstmalig in Deutschland nicht nur auf Dächern, sondern auch in einer Straßenlaterne eingebaut", sagte Vodafone-Chef Hannes Ametsreiter.

Im Vergleich zu 5G-Masten auf Dächern versorgen "Small Cells" in Laternen ein kleineres Gebiet, sollen dafür aber für mehr Bandbreite und Stabilität sorgen. Vorgaben des Datenschutzes würden beachtet: Es würden keine Personen oder Autokennzeichen aufgenommen, der Verkehrsfluss werde mit Wärmebildkameras statt Video erfasst.

Der Fürstenwall wurde von der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt zur "Straße der Zukunft" und als Testfeld ausgewählt, weil die bisherige seilverspannte Straßenbeleuchtung ohnehin ausgetauscht werden musste. Die neuen Lampen bieten auch an fünf Wallboxen Lademöglichkeiten für Elektroautos; zudem wird der Status der Stellplätze für E-Fahrzeuge an die gängigen Ladekarten-Provider übermittelt.

Die acht Meter hohen Laternen sollen zudem laut Mitteilung aus Düsseldorf "angenehmes warm-weiches Licht" per LED spenden. Die Lampen können in den Nachtstunden, wenn weniger Verkehr ist, gedimmt werden. In Notfällen kann das Licht heller gestellt werden.

Der Test soll erst einmal ein Jahr dauern, kurz vor Ende der Testphase soll das Projekt ausgewertet werden.

(anw)