Streaming: Apple TV+ zählt angeblich weniger als 20 Millionen US-Abonnenten

Laut einer Gewerkschaft hat Apple mitgeteilt, in Nordamerika unter 20 Millionen Abonnenten zu haben – und deshalb weniger an Bühnenhelfer zahlen zu müssen.

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Analyse: Apple TV+ ist viel heiße Luft
Von
  • Leo Becker

Apple TV+ blieb bis zur Jahresmitte 2021 angeblich unter der Grenze von 20 Millionen Abonnenten in USA und Kanada. Apple sei dadurch in der Lage, Bühnenhelfern bei der Produktion seiner TV-Shows und Spielfilme einen geringeren Lohn zu zahlen als größere Streaming-Dienste, wie die Gewerkschaft International Alliance of Theatrical Stage Employees (IATSE) gegenüber CNBC monierte. Sie vertritt nach eigener Angabe rund 150.000 Helfer bei Film- und Theaterproduktionen in den beiden nordamerikanischen Ländern.

Nach den derzeitigen Tarifbedingungen sind kleinere US-Streaming-Dienste in der Lage, Produktionshilfen weniger zu zahlen – auch bei kostspieligen und aufwendigen Produktionen, wie CNBC berichtet. Die Gewerkschaft versuche aktuell, neue Verträge mit dem Produzentenverband Alliance of Motion Picture and Television Producers auszuhandeln, dem unter anderem auch Apple angehört. Sie beklagt auch schlechte Arbeitsbedingungen wie übermäßig lange Arbeitszeiten.

Die Verträge mit Streaming-Diensten würden weniger strikten Bedingungen unterliegen, weil diese für ihre Produktionen mehr Flexibilität benötigen und deren Profitabilität "derzeit noch unsicher" ist, zitiert CNBC aus dem Vertragswerk. Die Gewerkschaft argumentiere, Streaming sei keine besonders neue Medienform mehr und müsse für Produktionsmitarbeiter ähnlich bezahlen wie traditionelle Medienproduktionen.

Apple hat öffentlich bislang nie Abonnenten-Zahlen zu TV+ genannt. Man zahle an Mitarbeiter das gleiche wie führende Streaming-Dienste, teilte ein Apple-Sprecher gegenüber dem Wirtschaftssender mit.

Apples Verfilmung der Foundation-Romane ist inzwischen bereit zur Ausstrahlung.

Der inzwischen zwei Jahre alte Streaming-Dienst war für Käufer von Apple-Hardware lange kostenlos, erst seit Kurzem wird der monatliche Abopreis von 5 Euro abgerechnet. Der Streaming-Dienst ist auch Teil von Apples One-Bundle. Da Apple fast ausschließlich auf Eigenproduktionen und eingekaufte Exklusivinhalte setzt, ist das Angebot vergleichsweise klein. Zugpferde wie The Morning Show lässt sich Apple Berichten zufolge bis zu 15 Millionen US-Dollar pro Folge kosten. Bei der TV-Adaption von Asimovs Foundation-Zyklus handelte es sich offenbar um die bislang größte Produktion vor Ort in Irland – Apple hat inzwischen mit der Ausstrahlung begonnen.

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(lbe)