Streit um App-Öffnung beim iPhone: EU-Wettbewerbskommissarin warnt Apple

Apple darf Sicherheit nicht als "Schild gegen Wettbewerb" nutzen, mahnt Vestager. Freier App-Bezug müsse nicht zu Verlust von Sicherheit und Datenschutz führen.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 86 Beiträge
App Store

Apps auf Apple-Geräten sollen datensicherer werden.

(Bild: dpa, Silas Stein/dpa)

Von
  • Leo Becker

Apples Anti-Sideloading-Argumente finden bei EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager wenig Gehör: Datenschutz und Sicherheit seien natürlich von "höchster Wichtigkeit für alle", betonte die Wettbewerbskommissarin in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Sie warnte Apple jedoch zugleich, dies dürfte keinesfalls als "Schild gegen Wettbewerb" eingesetzt werden.

Vestager hatte Apple im vergangenen Monat dazu gedrängt, die Plattform für einen freien App-Bezug zu öffnen – etwa über andere App-Läden und Sideloading. Apple-Chef Tim Cook konterte, ein erzwungenes Sideloading wie es bestimmte Passage des für die EU geplanten Gesetzes über digitale Märkte (Digital Markets Act – DMA) vorsehe, sei "nicht im besten Interesse der Nutzer", da es Datenschutz und Sicherheit mindere. In einer Kampagne beschrieb der Hersteller Sideloading als Sicherheitsgefahr, die auf dem iPhone zu einer Malware-Flut à la Android führen würde.

Kunden müssten weder Sicherheit noch Datenschutz aufgeben, wenn sie Apps aus anderen App-Läden oder per Sideloading beziehen, betonte Vestager und signalisierte zugleich Gesprächsbereitschaft über die geplante Gesetzesvorlage. "Ich glaube, dass es möglich ist, dafür Lösungen zu finden", wird sie von Reuters zitiert. Die EU-Kommission geht auch gegen Apples App-Store-Regeln vor: Bestimmte Vorgaben verzerren dem vorläufigen Ergebnis einer Untersuchung zufolge den Wettbewerb bei Musik-Streaming.

Lesen Sie auch
Mehr von Mac & i Mehr von Mac & i

In Hinblick auf Apples jüngst auf dem iPhone umgesetzte Tracking-Transparenz-Initiative sieht Vestager bislang keine Wettbewerbsprobleme: Es sei eine gute Sache, wenn erst die Zustimmung zu Tracking erteilt werden muss, solange die Regeln für alle gleich gelten, man sehe bislang keine Anzeichen, dass Apple sich davon selbst ausnehme, so Vestager. Werbe- und Medienkonzerne werfen Apple vor, mit dem Tracking-Opt-In die eigene Werbeplattform stärken zu wollen.

Lesen Sie auch

(lbe)