Stromausfall bei Micron: Weltweiter DRAM-Markt betroffen

Ein gut einstündiger Stromausfall in Microns taiwanischer Produktionsstätte wirkt sich auf ein Zehntel der weltweiten DRAM-Produktion aus.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 63 Beiträge

(Bild: c't)

Von
  • Mark Mantel

Am 3. Dezember 2020 fiel in Microns Speicherproduktionsstätte Fab 11 nahe Taoyuan City in Taiwan für gut eine Stunde der Strom aus. Der Hersteller belichtet dort monatlich gut 125.000 Silizium-Wafer – fast ein Zehntel der weltweiten DRAM-Produktion. Zum Einsatz kommen die Chips zu großen Teilen bei der Micron-Tochter Crucial.

In einer Stellungnahme gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters schreibt Micron, dass die Produktion in den kommenden Tagen zum Normalzustand zurückkehren soll. Taiwan ist geografisch bedingt häufig von starken Erdbeben betroffen, weshalb lokale Halbleiterfertiger Vorsichtsmaßnahmen einrichten.

Trotzdem lassen sich bei Stromausfällen nicht alle in der Produktion befindlichen Wafer retten – insbesondere, wenn sie eine Stunde oder länger andauern. Die Siliziumscheiben befinden sich von der Belichtung bis zum Ausschneiden der einzelnen Chips wochen- bis monatelang in der Fertigung. Stört der Stromausfall einen kritischen Bearbeitungsschritt, etwa einen Ätzprozess, ist der Wafer hinüber.

Die unmittelbaren Auswirkungen des Stromausfalls zeigen sich bei den sogenannten Spotmarkt-Preisen, die für DRAM-Chips gelten, welche außerhalb vorab festgelegter Lieferverträge verkauft werden. DRAM Exchange vermeldet bereits Preissteigerungen von mehreren Prozent bei DDR4-SDRAM seit dem 3. Dezember 2020.

Lesen Sie auch

Micron führt nicht aus, welche Speicherchips in welchen Produktionsstätten vom Fließband laufen. So könnte etwa auch GDDR6X-DRAM betroffen sein, den Micron bislang exklusiv für Nvidias GeForce RTX 3090 und GeForce RTX 3080 fertigt – Ausweichoptionen gäbe es nicht.

Für das kommende Jahr kündigen sich bereits höhere Speicherpreise an, unter anderem weil möglicherweise viele Unternehmen ihre Rechenzentren aufrüsten werden. Microns Stromausfall dürfte die Preisentwicklung mittelfristig weiter beeinflussen. Ironischerweise ist die Firmenaktie seit dem Vorfall minimal gestiegen.

(mma)