Stromerzeugung: Anteil erneuerbare Energien erstmals über 50% in einem Jahr

Günstige Windbedigungen, viel Sonne und ein geringerer Strombedarf durch die Corona-Pandemie begünstigten 2020 den Anteil der Erneuerbaren Energien.

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Öffentliche Nettostromerzeugung 2020 in Deutschland

(Bild: energy-charts.info)

Von
  • Andreas Wilkens

Im Jahr 2020 wurden 50,5 Prozent des Stroms in den deutschen Steckdosen aus erneuerbaren Energien erzeugt. Mit 183 TWh übertrafen Wind- und Solarenergie erstmals die Summe aller fossilen Energiequellen, die auf 178 TWh kommen, hat das Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE errechnet. Im vergangenen Jahr betrug der Anteil noch 46 Prozent.

Den größten Anteil an der Nettostromerzeugung hatte mit 27 Prozent die Windkraft, teilt Fraunhofer ISE mit. Die Erzeugung aus Kraftwerken von Betrieben im verarbeitenden Gewerbe sowie im Bergbau und in der Gewinnung von Steinen und Erden ist bei der Berechnung nicht berücksichtigt.

Die deutschen Photovoltaikanlagen speisten 2020 etwa 50,7 TWh ins öffentliche Netz ein, 9,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Die maximale Solarleistung wurde am 1. Juni 2020 um 13 Uhr mit etwa 37,25 Gigawatt erreicht, das waren 56 Prozent der gesamten Stromerzeugung zu diesem Zeitpunkt. Von März bis September war die monatliche Stromerzeugung von Photovoltaik-Anlagen höher als die von Steinkohlekraftwerken. Im Strommix kam die Solarenergie 2020 hinter der Windkraft, Braunkohle, Atomkraft und Gas.

Die Windstromproduktion übertraf in zehn Monaten die Erzeugung aus Braunkohle und in allen zwölf Monaten die der Atomkraft. Die maximal erzeugte Leistung betrug ca. 46,9 GW am 22. Februar 2020 um 20,30 Uhr, Windenergie hatte dabei einen Anteil von 67,4 Prozent an der Stromerzeugung. Offshore wurden im gesamten vorigen Jahr 27 TWh Windstrom erzeugt, nach 24,5 TWh im Jahr 2019.

Die Wasserkraft trug 18,3 TWh zur Stromerzeugung bei; im Jahr 2019 waren es 20,6 TWh. Die Biomasse lag mit 45,5 TWh leicht über dem Wert des Vorjahres von 43,86 TWh. Den hohen Anteil der erneuerbaren Energien führt Fraunhofer ISE auf günstige Windbedingungen und eine hohe Zahl an Sonnenstunden zurück. Dazu kommt ein Rückgang des industriellen Strombedarfs infolge der Corona-Pandemie. Diese soll laut Berechnung der Denkfabrik Agora auch dafür gesorgt haben, dass in Deutschland 2020 weniger CO2 ausgestoßen wurde.

Der Anteil der Erneuerbaren Energien an der gesamten Bruttostromerzeugung einschließlich der Kraftwerke der Betriebe im verarbeitenden Gewerbe sowie im Bergbau und in der Gewinnung von Steinen und Erden liegt nach Berechnungen des BDEW bei rund 44,6 Prozent. In der Industrie wird hauptsächlich Gas verstromt.

(anw)