Umfrage: Viele Europäer würden Abgeordnete durch Algorithmen ersetzen

Einer Studie zufolge würde eine Mehrheit der Europäer die Parlamentarier reduzieren und die Sitze einer KI geben – auch wenn diese Zugriff auf ihre Daten hätte.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 130 Beiträge

(Bild: sdecoret/Shutterstock.com)

Von
  • Bernd Mewes

Die Hälfte der Europäer spricht sich einer Umfrage zufolge dafür aus, Abgeordnete in Parlamenten durch eine Künstliche Intelligenz mit Zugriff auf ihre Daten zu ersetzen. Das geht aus einer Studie hervor, die das Center for the Governance of Change der spanischen Privatuniversität IE University veröffentlicht hat.

Demnach würden sich 51 Prozent der Europäer für den Austausch von Parlamentariern gegen eine KI entscheiden. Das Ergebnis spiegele den Zeitgeist wider, in dem Politikern die Schuld an der aktuellen Situation gegeben werde, erklärte Studienleiter Oscar Johnsson gegenüber CNBC. Es bestehe ein Zusammenhang mit einer verstärkten politischen Polarisierung, Filterblasen und widersprüchlichen Informationen. "Der Glauben an die Demokratie als Regierungsform schrumpft seit Jahrzehnten."

Laut Studie war die Idee, einen Teil der Parlamentarier gegen Algorithmen auszutauschen, mit 66 Prozent in Spanien besonders beliebt, gefolgt von 59 Prozent Zustimmung der Befragten in Italien und 56 Prozent in Estland. In Großbritannien sprachen sich 69 Prozent gegen die Idee aus, in den Niederlanden waren 56 Prozent und in Deutschland 54 Prozent dagegen.

Außerhalb Europas unterstützen in China etwa 75 Prozent der Umfrage-Teilnehmer die Idee, eine angreifbare Künstliche Intelligenz gegen einen Teil der Politiker auszutauschen, während sich in den USA 60 Prozent dagegen aussprachen.

Lesen Sie auch

Für die Studie wurden 2769 Menschen aus 11 Ländern befragt. Jüngere Menschen waren demnach deutlich offener für die Idee, berichtet CNBC. In Europa befürworteten 60 Prozent der 25 bis 34-Jährigen und 56 Prozent der 34 bis 44-Jährigen die Idee, während sich eine Mehrheit der über 55-Jährigen dagegen aussprach.

(bme)