Studie: Radfahren spart gegenüber Autofahren täglich 3,2 kg Kohlendioxid

Auch wenn alle Emissionen durch Herstellung, Wartung und Entsorgung berücksichtigt werden, verursacht Radfahren weit weniger CO2 als Autofahren.

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Radschnellweg in Göttingen.

(Bild: ADFC)

Von
  • Andreas Wilkens

Ein durchschnittlicher Mensch, der für seine Fahrten vom Auto aufs Fahrrad umsteigt, spart damit am Tag 3,2 kg CO2. Das hat ein internationales Team von Forschenden unter anderem aus einer Befragung von gut 3800 Personen aus sieben europäischen Städten ermittelt.

Die meisten zu Fuß absolvierten Wege seien bis zu 2 km lang, 5 km werden eher geradelt und 10 km mit dem E-Bike absolviert. Allerdings würden die meisten Wege in dieser Spanne mit dem Auto zurückgelegt. Dabei tragen kurze Fahrten wegen "Kaltstarts" stärker zu den Emissionen bei.

Die CO2-Emissionen verringerten sich um 14 Prozent pro zusätzlicher Radfahrt und für jede vermiedene Autofahrt um 62 Prozent. Auf solche Erkenntnisse müsse die Verkehrspolitik eingehen, meint das Forschungsteam.

Die Annahme, dass Radfahren oder Gehen weniger CO2-Ausstoß verursacht als die Fortbewegung mit Kraftfahrzeugen, ist nicht neu. Allerdings war nach Meinung der Forschenden bisher zu wenig bekannt darüber, in welchem Umfang Treibhausgase unter Berücksichtigung diverser Faktoren eingespart werden. Christian Brand, Evi Dons und andere nahmen daher Daten aus dem langjährigen Projekt Physical Activity through Sustainable Transportation Approaches (PASTA) und ergänzten sie um eine Stichprobenanalyse.

Um Mängel bisheriger Studien zur Auswirkung von Fortbewegungsarten zu beheben, sei es unter anderem wichtig, die Verteilung und Zusammensetzung der Emissionen nach Verkehrsträgern vergleichend zu analysieren, schreibt das Forschungsteam in Transportation Research Part D: Transport and Environment. Dabei sei es wichtig zu verstehen, warum, wo, wann und wie weit sich Menschen fortbewegen.

Viele Studien stützten sich auf Analysen des Potenzials zur Emissionsminderung durch die Entwicklung hypothetischer Risikominderungsszenarien. Ihnen fehle es aber mitunter an empirischen Beweisen. Zudem konzentrierten sich die meisten Studien auf eine einzelne Stadt, Region oder ein Land. Hier wurden Menschen aus Barcelona, Antwerpen, London, Örebro, Rom, Wien und Zürich berücksichtigt.

Ein weiterer Makel von Studien sei, dass sie sich nur mit CO2-Emissionen aus der Endnutzung befassen. Hier würden auch die Emissionen aus der Herstellung, Wartung und Entsorgung von Fahrrädern sowie zusätzlich von Batterien und Motoren bei E-Bikes berücksichtigt. Zusätzliche körperliche Aktivitäten könnten zu Ernährungsänderungen und somit ebenfalls zu geänderten Kohlenstoffemissionen führen. Auch wenn dieses alles berücksichtigt wird, können die Emissionen aus dem Radfahren pro zurückgelegtem Kilometer weniger als ein Zehntel als die von Pkw betragen, schreiben das Forschungsteam.

(anw)