Studie: USA könnten auf jahrzehntelange Megadürren zusteuern

Die Waldbrände im Westen der USA sind aus Expertensicht auch eine Folge des Klimawandels. Forscher sehen zunehmende Risiken für anhaltende Megadürren im Land.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 176 Beiträge

Löschhelikopter in Kalifornien.

(Bild: fire.ca.gov)

Von
  • dpa

Der Klimawandel könnte einer Studie zufolge in den USA zu Jahrzehnte andauernden Megadürren führen. Die globale Erderwärmung habe das Risiko für solche Extrem-Ereignisse erhöht, erläutern Forscher um Mohammad Reza Alizadeh von der McGill University und Mojtaba Sadegh von der Boise State University in der Fachzeitschrift Science Advances. Solche langen Dürrephasen habe es auf dem Gebiet der USA auch im 12. und 13. Jahrhundert gegeben.

Seit Mitte August wüten an der US-Westküste einige Feuer. Allein in Kalifornien kämpften rund 19.000 Einsatzkräfte gegen mehr als 20 Großbrände. Die Flammen zerstörten seit Mitte August mehr als 5800 Gebäude.

Mit dem Fortschreiten des Klimawandels komme es häufiger vor, dass extreme Ereignisse wie Hitzewellen und Trockenheit gleichzeitig auftreten, erläutern die Forscher. Ihre Studie konzentriert sich auf dieses gemeinsame Auftreten von Dürre und Hitze während der vergangenen 122 Jahre. "Episoden extremer Trockenheit und Hitze sind das Rezept für große Waldbrände", erklärte Mojtaba Sadegh. "Diese Extreme intensivieren und weiten sich in beispiellosem räumlichem Ausmaß aus und ermöglichen die derzeitigen Waldbrände entlang der gesamten US-Westküste."

Auch kürzere Dürrephasen, die weniger als ein Jahrzehnt dauerten, wie etwa die als "Dust Bowl" bekannte US-Dürre in den 1930er Jahren, könnten verheerende Auswirkungen haben, wenn sie gleichzeitig mit Hitze aufträten. Unter anderem könnten klimatische Ereignisse in der Atmosphäre und am Boden in ihrem Zusammenspiel zu solchen Extremen führen, heißt es in der Studie.

Die Wissenschaftler vermuten, dass der treibende Faktor für gleichzeitige Hitze-Dürre-Perioden in der jüngeren Vergangenheit vor allem übermäßige Hitze ist. In der "Dust-Bowl"-Periode sei hingegen vor allem mangelnder Niederschlag der Auslöser gewesen.

Einer Megadürre gehe in der Regel ein längeres Hochdruckgebiet voraus, wodurch wolkenlose Bedingungen geschaffen würden, die eine Zufuhr von heißer Luft ermöglichten. Trockene Böden erhöhten den Anteil der Wärme in den eintreffenden Sonnenstrahlen, der sich auf die Umgebungstemperatur auswirke, heißt es in dem Beitrag. Dies habe zur Folge, dass sich Hitzewellen verstärken.

heise online daily Newsletter

Keine News verpassen! Mit unserem täglichen Newsletter erhalten Sie jeden Morgen alle Nachrichten von heise online der vergangenen 24 Stunden.

Als Beispiel nennen die Forscher die Hitzewelle in Russland im Jahr 2010. Dort habe sich die Wahrscheinlichkeit einer Mega-Hitzewelle durch die Wechselwirkung von Dürre und Hitze um das 13-Fache erhöht. Das Zusammenspiel von trockenen Böden und heißer Luft verhindere die Entstehung von Wolken, was weniger Regen zur Folge habe und im Ergebnis die Dürre verstärke, erklären die Forscher.

(anw)