Studie: Videospielzeit hat keinen Effekt auf das Wohlbefinden

Kein negativer Effekt: Die in Videospiele gesteckte Zeit wirkt sich kaum auf das Wohlbefinden von Gamern aus, zeigt eine aktuelle Studie.

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Tel,Aviv,,Israel,-,January,01,,2020:,Teenager,Lies,On

(Bild: Evgeniy pavlovski/Shutterstock.com)

Die mit Videospielen verbrachte Zeit hat weder positive noch negative Effekte auf das Wohlbefinden von Spielerinnen und Spielern. Das legt eine aktuelle Studie eines Forscherteams der Universität Oxford nahe, die im Fachjournal Royal Society Open Science veröffentlicht wurde.

Für die Studie wurden knapp 40.000 freiwillige Personen über einen Zeitraum von sechs Wochen untersucht. Gespielt wurden die Titel "Animal Crossing: New Horizons", "Apex Legends", "Eve Online", "Forza Horizon 4" "Gran Turismo Sport" "Outriders" und "The Crew 2". Ihre Publisher hatten sich bereiterklärt, an der Studie teilzunehmen, und den Forschern Informationen über das Spielverhalten der Studienteilnehmer bereitgestellt. Entsprechend waren die Wissenschaftler bei ihren Auswertungen nicht auf die Auskünfte der Spieler selbst angewiesen.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Studie wurden mehrfach zu ihrem Wohlbefinden befragt. Dabei fanden die Forscher keinen relevanten Zusammenhang zwischen Spielzeit und angegebenem Wohlbefinden der Probanden. "Die Effekte des Spielens sind vernachlässigbar, weil sie sehr wahrscheinlich subjektiv nicht bemerkt werden können", schreiben die Forscher.

Erhöhten Teilnehmerinnen und Teilnehmer also ihre Spielzeit, schlug sich das nicht in ihrem Wohlbefinden wieder. Auch einen umgekehrten Zusammenhang konnte das Forschungsteam nicht feststellen: Das Wohlbefinden der Spielerinnen und Spieler hatte also keinen relevanten Einfluss auf ihre Spielzeit.

Als wichtig erachten die Forscher dagegen die Motivation zum Spielen: Spielerinnen und Spieler waren zufriedener, wenn sie ein Spiel aus eigenem Antrieb spielten. Sahen sie sich dagegen unter Druck gesetzt oder zum Spielen gedrängt, war das berichtete Wohlbefinden der Gamer niedriger. Auch diese Effekte waren allerdings klein.

Für aufbauende Studien müsse man die Qualität der Spielerfahrungen näher untersuchen und verschiedene Spielertypen analysieren, schreiben die Forscher. Aktuell sehen sie keinen Anlass für Gesetzgeber, die Spielzeit zu reduzieren. Das passiert etwa in China, wo Jugendliche nur drei Stunden pro Woche Online-Games spielen dürfen.

(dahe)