Studie der Web Foundation: Digitale Benachteiligung von Frauen kostet Milliarden

Die Benachteiligung der Frauen hat nicht nur individuelle Folgen für die Betroffenen, sondern auch für die gesamte Gesellschaft, heißt es in einer Studie.

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Unterschiedliche Teilhabe am Internet in den für die Studie betrachteten 32 Ländern mit Prognose.

(Bild: Web Foundation)

Von
  • Andreas Wilkens

Millionen Menschen auf der Welt können nicht auf das Internet zugreifen, davon sind vor allem Frauen betroffen, schreiben die World Wide Web Foundation und die Alliance for Affordable Internet in einer Studie. Weltweit seien Männer mit einer 21 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit online als Frauen, in den am wenigsten entwickelten Länder steige diese auf 52 Prozent. Dadurch entgehe den Ländern wichtiges ökonomisches Potenzial, meint die Stiftung.

Die Kosten für Geräte und Datentarife, Ungleichheiten in Bildung und digitale Fähigkeiten hinderten Frauen an der digitalen Teilnahme. Dazu kommen soziale Normen, die Frauen und Mädchen davon abhalten, online zu sein und sich dort zu äußern, sowie Ängste um Privatsphäre und Sicherheit, heißt es in der Studie " The Costs of Exclusion " (PDF). Darin werden die wirtschaftlichen Auswirkungen der digitalen Ausgrenzung von Frauen abgeschätzt und die wirtschaftlichen Möglichkeiten betont, Frauen in vollständig in die digitale Wirtschaft einzubeziehen.

Für die Studie hat die Web Foundation 32 Länder betrachtet: Algerien, Kambodscha, Ägypten, Honduras, Marokko, Niger, Senegal, Ukraine, Angola, Kamerun, El Salvador, Indien, Mosambik, Nigeria, Sudan, Usbekistan, Bangladesch, Côte d’Ivoire, Ghana, Kenia, Myanmar, Pakistan, Tansania, Sambia, Burundi, DR Kongo, Guinea, Mongolei, Nicaragua, Philippinen, Tunesien und Simbabwe. In ihnen sind gut ein Drittel der Frauen online, fast die Hälfte der Männer.

Durch die Ausgrenzung der Frauen sei diesen Ländern im Jahr 2020 ein Verlust am Bruttoinlandsprodukt von 126 Milliarden US-Dollar entstanden. Dadurch fehlten jährlich 24 Milliarden US-Dollar Steuereinnahmen, die in Bildung, Gesundheit und Wohnraum investiert werden könnten. Das digitale Geschlechtergefälle in diesen Ländern aufzuheben würde bis 2025 zu einem geschätzten Anstieg der Wirtschaftstätigkeit um 524 Milliarden Dollar führen, heißt es in der Studie.

Die World Wide Web Foundation wurde 2009 vom Erfinder des Web Sir Tim Berners-Lee und Rosemary Leith gegründet. Sie sieht sich als eine unabhängige, internationale Organisation, die für die digitale Gleichstellung kämpft. Sie strebt eine Welt an, in der alle auf das Internet zugreifen und es nutzen können, um ihr Leben zu verbessern.

Die Alliance for Affordable Internet wurde vor acht Jahren von 30 Unternehmen und Organisationen gegründet mit dem Ziel, für bessere wirtschaftliche und politische Bedingungen in Entwicklungsländern zu sorgen, damit dort der Internetzugang günstiger wird.

(anw)