Studie des Bundesumweltamts: "Tempolimit wirkt stärker als bislang angenommen"

In einer Studie kommt das Bundesumweltamt zu dem Schluss, dass ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen mehr CO₂ spart als bisher vermutet.

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Kombiinstrument Mercedes

Was bringt ein Tempolimit für die Umwelt? Eine Studie des UBA kommt zum Schluss: Mehr als bislang angenommen.

(Bild: Mercedes)

Von
  • Martin Franz

Das Bundesumweltamt hat den Abschluss der Studie "Flüssiger Verkehr für Klimaschutz und Luftreinhaltung" vorgelegt. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass ein allgemeines Tempolimit auf deutschen Autobahnen deutlich mehr CO₂ einsparen würde als bisher vermutet. Bei einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 120 km/h würden pro Jahr 6,7 Millionen Tonnen CO₂ weniger in die Umwelt entlassen, heißt es in dem Papier. Auf Grundlage einer Studie aus dem Jahr 2020 war das UBA bisher von einer Einsparung von 2,6 Millionen Tonnen ausgegangen.

Die Einsparungen würden nur zum Teil direkt durch die Entschleunigung entstehen, heißt es vom UBA. Ein wesentlicher Teil ginge darauf zurück, dass mit einem Tempolimit die Autobahn weniger attraktiv werde. Das würde dazu führen, dass Autofahrer seltener Umwege in Kauf nehmen würden, um die Autobahn zu nutzen. Es käme demnach zu einer Verhaltensänderung. Der Verkehr würde sich auf direktere Wege konzentrieren, die eher über Landstraßen statt über Autobahnen führen.

Die Studie geht weiterhin davon aus, dass ein sehr kleiner Teil der Autofahrer dann ganz auf das eigene Auto verzichten und auf andere Verkehrsmittel wie etwa die Bahn umsteigen würden. Auch das trage zu einem geringen Teil zur prognostizierten CO₂-Einsparung bei.

In ihren Handlungsempfehlungen kommt die Studie zu dem Schluss, dass eine "Herabsetzung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit außerorts" zu einer Verringerung von Kohlendioxid, Stickoxid und Partikel sowie zu einem Rückgang der durchschnittlichen jährlichen Fahrleistung des motorisierten Individualverkehrs führen würde. Die Ergebnisse insgesamt seien eine "konservative Abschätzung", da beispielsweise die Wirkung von weniger häufigen Wechseln zwischen verschiedenen Geschwindigkeiten nicht berücksichtigt wurde. Daher könne es nur eine überschlägige Abschätzung geben, die auf eine Erhöhung der Effekte um bis zu 10 Prozent hindeute. Das sei einer der Gründe für die Abweichungen zu bisherigen Studienergebnissen.

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(mfz)