Suche nach Coronavirus-Ursprung: WHO-Experten-Team in China eingetroffen

Forscher wollen den Ursprung des Sars-CoV-2-Virus in China ergründen. Die Erwartungen sind jedoch nicht besonders hoch, denn China blockt.

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(Bild: rongyiquan/Shutterstock.com)

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  • dpa

Ein Team von Experten, die im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach den Ursprüngen des Coronavirus forschen sollen, ist am Donnerstag in der zentralchinesischen Stadt Wuhan eingetroffen. Nach der Ankunft wurden die Forscher auf das Coronavirus getestet und müssen sich zunächst zwei Wochen in Quarantäne begeben. Um die Reise hatte es ein langes Tauziehen gegeben, sodass sich die Ankunft hinausgezögert hatte.

Gemeinsam mit chinesischen Wissenschaftlern wollen die Experten erkunden, ob das Virus zu seiner Quelle zurückverfolgt werden kann. In der Metropole Wuhan waren vor mehr als einem Jahr die ersten Infektionen mit dem neuen Sars-CoV-2-Virus entdeckt worden, der weltweit Dutzende Millionen Menschen infiziert hat. Mehr als 1,9 Millionen Menschen sind nach offiziellen Statistiken im Zusammenhang mit COVID-19 gestorben.

Mitglieder des WHO-Teams haben im Vorfeld der Reise aber schon die Erwartungen heruntergeschraubt. Es gehe vor allem darum, im Austausch mit den chinesischen Kollegen zu schauen, welche Spuren noch verfolgt werden könnten, hieß es. Die erste Reise diene auch nur dazu, in einer ersten Phase zu schauen, was schon alles an Forschung laufe und an Daten vorliege, um dann einen Plan für die zweite Phase zu machen.

Die Suche nach dem Ursprung des Virus gilt als politisch brisant. China fürchtet, als Schuldiger für die Pandemie angeprangert zu werden. Seit Monaten streuen chinesische Behörden daher Zweifel, ob das Virus überhaupt aus China stammt. Es wird auf unbestätigte Berichte verwiesen, dass es mögliche Infektionen schon vorher in anderen Ländern gegeben haben könnte. So müssten WHO-Experten auch in andere Länder reisen, teilte ein Außenamtssprecher mit.

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Chinas Propaganda verbreitet auch die These, dass das Virus über gefrorene Lebensmittel nach China eingeschleppt worden sein könnte. Es wird auf heutige Viruspuren auf importierten Tiefkühlwaren verwiesen. Doch ist unter Wissenschaftlern strittig, ob diese Spuren für eine Infektionen ausreichen. Ausländische Forscher sehen hingegen weiter Fledermäuse aus Südchina als ursächlich, die auch von chinesischen Behörden lange als möglicher Ursprung genannt worden waren.

[Update v. 14.01.2021, 11.50 Uhr]: Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO sei zwei der Delegationsmitglieder das Einchecken nach Wuhan von chinesischen Beamten gehindert worden. Bei beide sollen COVID-19-Antikörper nachgewiesen worden seien. PCR-Tests in ihren Heimatländern sowie in Singapur sollen negativ ausgefallen sein. Die beiden Wissenschaftler würden nun erneut getestet. Die übrigen 13 Experten der WHO sind mittlerweile in Wuhan eingetroffen. (olb)