Südkorea setzt verstärkt auf Atomkraft

Auch Südkorea plagen zurzeit die Energiekrise und hohe Inflation. Eine Abhilfe soll sein, wieder verstärkt auf Atomkraft zu setzen.

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Reaktor Hanul 3 im Bau.

(Bild: IAEA)

Von
  • Andreas Wilkens

Das südkoreanische Energieministerium plant, die Zahl der Atomkraftwerke in dem Land von derzeit 24 auf 28 im Jahr 2030 zu erhöhen. Damit sollen 30 Prozent des Energiemixes in Südkorea bestritten werden. Das Ministerium vollzieht damit die Kehrtwende in der Energiepolitik, die sich nach der Wahl des neuen Präsidenten Yoon Suk-yeol im März dieses Jahres abgezeichnet hatte. Dessen Vorgänger Moon Jae-in hatte angestrebt, die Zahl der Atomkraftwerke bis 2032 auf 18 zu verringern.

Nun soll die Kapazität der Atomkraftwerke bis 2030 von zurzeit 23,3 GW auf 28,9 GW gesteigert werden. Dafür soll auch der Bau der Reaktoren 3 und 4 in Shin-Hanul wieder aufgenommen werden, berichtet die Korea Times. Die Vorgängerregierung hatte bis zum Anfang des nächstens Jahrzehnts eine Kapazität von knapp 24 GW angepeilt.

Insgesamt geht es der südkoreanischen Regierung darum, besser auf den Klimawandel und Risiken der Energiesicherheit zu reagieren. Auch Südkorea plagen zurzeit eine steigende Inflation und hohe Kraftstoffkosten. "Wir stehen vor mehreren Krisen", sagte Industrieminister Lee Chang-yang laut der Nachrichenagentur Yonhap. "Da wir für unseren Energiebedarf stark von Importen abhängig sind, spüren wir die Auswirkungen voll und ganz."

Die hohen Energiekosten sorgten in den vergangenen drei Monaten in Südkorea für ein Außenhandelsdefizit. Der Ausbau der Atomenergie soll dafür sorgen, die Auswirkungen von Energiekrisen abzupuffern. Südkorea hatte 2017 beschlossen, keine neuen Atomkraftwerke mehr zu bauen und die Nutzung der Technik auslaufen zu lassen. In dem Jahr und dem Folgejahr wurden in dem Land zwei Reaktoren abgeschaltet. Vier Reaktoren werden zurzeit gebaut.

(anw)