Supercomputer: Exascaler und Cloud halten den HPC-Markt in Bewegung

Exascaler liegen nicht nur im Trend, sondern bescheren auch den Herstellern ein Umsatzplus, während kleine HPC-Systeme starke Konkurrenz aus der Cloud erhalten.

Lesezeit: 4 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen
Fugaku

(Bild: RIKEN)

Von
  • Achim Born

Trotz der pandemiebedingten Verwerfungen verzeichnete der HPC-Markt (High Performance Computing) 2020 einen kleinen Zuwachs. Das auf der International Supercomputing Conference 2021 vorgestellte Zahlenwerk von Hyperion Research offenbart, dass dies vornehmlich dem japanischen Fugaku-System zu verdanken war.

Zu Beginn der Pandemie befürchteten die Marktforscher von Hyperion Research noch erhebliche Auswirkungen auf den Lauf der Dinge im weltweiten HPC-Geschäft. Im Nachgang zeigt sich, dass der Pessimismus zu groß war. Denn in ihrer jüngsten buchhalterischen Fleißarbeit verbuchten die Analysten für 2020 bei einem Marktvolumen von 13,7 Milliarden US-Dollar sogar ein kleines Plus von 1,1 Prozent.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

Mit Ihrer Zustimmmung wird hier ein externes YouTube-Video (Google Ireland Limited) geladen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen (Google Ireland Limited) übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Dass es nicht zum prognostizierten Einbruch kam, war nur einem einzigen System zu verdanken. RIKENs Fugaku steuerte allein rund eine Milliarde Dollar zum Umsatz bei. Ohne die Investitionen in den japanischen Exascale-Boliden hätte am Ende des Geschäftsjahres ein Minus von rund acht Prozent gestanden. Inklusive Fugaku stieg das Marktvolumen des Teilsegments der über 500.000 Dollar teuren Supercomputer um 13,7 Prozent auf knapp sechs Milliarden Dollar. Daneben verbesserte sich nur noch die Sparte der technischen Abteilungsserver im Preissegment von 100.000 bis 250.000 Dollar um rund zehn Prozent auf 3,8 Milliarden US-Dollar.

Deutlich schlechter performte das Geschäft mit den kleinsten Systemen für HPC-Workloads, deren Preis unter 100.000 Dollar liegt, dessen Umsätze 2020 um knapp 30 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar wegbrachen. Im Aufwind befand sich dagegen im vergangenen Jahr erwartungsgemäß der Einsatz der Public Cloud als praktikable Alternative zum Betrieb eigener Rechenboliden. Im Vergleich zu den On-Premises-Investitionen wächst der Bezug von HPC-Leistungen aus der Wolke laut Hyperion 2,5 mal schneller. Dadurch sollen die Ausgaben von 4,3 Milliarden Dollar in 2020 auf 8,8 Milliarden Dollar in 2024 hochschnellen.

Die Gründe hierfür sind hinlänglich bekannt: Der Kauf von HPC-Servern ist für viele Unternehmen einfach zu kostspielig. Hinzu kommt der pandemiebedingte Sparimpuls. Der Zuwachs der "wolkigen" HPC-Ausgaben ist nach Recherchen der Marktforscher auch eine der Hauptursachen, dass sich der Absatz im Arbeitsgruppen-Segment in den kommenden Jahren eher schwach entwickelt und im Unterschied zu den anderen Teilmärkten dem 2019er Niveau weiter hinterherhechelt.

Insgesamt rechnen die Hyperion-Analysten für 2021 mit einem stagnierenden Marktvolumen, während sie in den drei Folgejahren ordentliche Zuwächse erwarten. Dabei prognostizieren sie für den Zeitraum 2019 bis 2024 im Schnitt ein jährliches Plus von 6,8 Prozent auf fast 19 Milliarden Dollar. Das höchste Wachstumstempo mit durchschnittlich 10,6 Prozent erwarten sie einmal mehr von der Klasse der über 500.000 Dollar teuren Rechenboliden.

Vor allem das Segment der Supercomputer soll dem HPC-Markt wieder Schwung verleihen.

(Bild: Hyperion Research)

Dabei wächst der Einfluss der Near Exascale- und Exascale-Systeme, zumal deren Preise oft im hohen neunstelligen Bereich liegen. Angesichts der zahlreichen Near-Exascaler- und Excascaler-Projekte überrascht es kaum, dass die Marktforscher für die kommenden Jahre ein Umsatzvolumen von mehr als zwei Milliarden Dollar für die neuen Höchstleistungsrechner erwarten.

Hyperion Research will das Supercomputer-Marktsegment künftig in die Kategorien Einstiegslevel, Großsysteme und Exascaler unterteilen.

(Bild: Hyperion Research)

Hyperion Research will dieses Supercomputer-Marktsegment künftig weiter aufschlüsseln. Die Unterkategorie Einstiegslevel soll Systeme beinhalten, die zwischen 0,5 Millionen und drei Millionen US-Dollar kosten. Teurere Supercomputer fallen dann in die Kategorie Großsysteme oder Exascale-Klasse. Mit der Unterteilung in die drei neuen Unterkategorien will Hyperion Research die Markttransparenz erhöhen.

Mehr von iX Magazin Mehr von iX Magazin

(sun)