Surface: Microsoft baut eigenes Prozessorteam auf

Surface-Tablets und -Notebooks könnten künftig mit selbstentworfenen CPUs von Microsoft erscheinen – die Firma sucht derzeit eine Teamleitung.

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(Bild: Microsoft)

Von
  • Mark Mantel

Eine Stellenausschreibung bei Microsoft bestätigt Spekulationen um eine neue Firmensparte, die eigene Prozessoren entwickelt. Das Unternehmen sucht derzeit einen "Director of SoC Architecture", also eine Teamleitung zum Entwerfen eigener Systems-on-Chip. SoCs bestehen aus CPU-Kernen, I/O-Blöcken und üblicherweise einer Grafikeinheit.

Bei der Stellenausschreibung geht es explizit um Microsofts Surface-Sparte, die Notebooks, Tablets und Smartphone-Ableger entwirft. Vorangegangenen Gerüchten zufolge konzentriert sich Microsoft bei der eigenen SoC-Entwicklung auf Server-Prozessoren – Surface-Modelle standen als Möglichkeit im Raum. Inzwischen sind die Pläne offenbar weiter gereift.

Apple hat mit den M1-Macbooks gezeigt, wie es geht, und auch Rechenzentrenriesen wie Amazon entwickeln inzwischen maßgeschneiderte CPUs auf ARM-Basis – in diesem Fall die Graviton-Familie. Microsoft dürfte ebenfalls auf das ARM-Portfolio setzen und SoCs rund um lizenzierte Cortex-Rechenkerne aufbauen. Einen ersten Ausflug in die ARM-Tablet-Welt hat Microsoft mit dem Surface Pro X bereits gemacht. Das Modell verwendet angepasste Ableger von Qualcomms in die Jahre gekommenem Snapdragon 8cx, SQ1 und SQ2 genannt.

In der Stellenausschreibung steht unter den Aufgaben: "Strategische Entwicklung und Einbindung von IP (Software / Hardware), die sinnvolle Erfahrungen ermöglichen, die einzigartig oder deutlich besser sind. [...] In Zusammenarbeit mit einem vielfältigen Team von Experten aus den Bereichen Wirtschaft, Technik und Produktdesign definieren Sie eine mehrjährige Technologie-Roadmap und identifizieren neue Technologien, um neue Produktfunktionen und -fähigkeiten zu entwickeln. Sie bauen interne und externe Partnerschaften auf, um das SoC-Technologieportfolio für zukünftige Produktgenerationen zu definieren und zu ermöglichen."

Mit "IP" ist Intellectual Property gemeint: Das Team entwickelt zum einen eigene Logikblöcke, bezieht solche aber auch von Drittfirmen ein. Das prominenteste Beispiel sind die Cortex-Rechenkerne von ARM, aber auch die Speicher-Interfaces anderer IP-Unternehmen wie Cadence oder Synopsys. Bis entsprechende Geräte erscheinen, vergehen üblicherweise mehrere Jahre.

(mma)