Sysadmin Appreciation Day: Freud und Leid und Arbeit im Homeoffice

Jedes Jahr Ende Juli ist es so weit, den Sysadmins ist ein Tag gewidmet. Zeit Danke zu sagen, vor allem nach diesen Monaten.

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(Bild: oatawa/Shutterstock.com)

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Klingeling, klingeling, klingeling und hoch die Tassen: Heute ist der Sysadmin Appreciation Day – der Tag, an dem Systemadministratoren in der ganzen Welt von einem oder anderen Paketdienst die Päckchen ihrer Bewunderer und Bewunderinnen bekommen, gefüllt mit selbstgebackenen Keksen oder hochprozentigen Flüssigkeiten. Der Dank ist groß, denn im Corona-Shutdown haben sie dafür gesorgt, das im Homeoffice gearbeitet werden konnte.

In grenzenloser Geduld haben sie vielen Neulingen beigebracht, wie man das Mikrofon für die Videokonferenzen aktiviert, haben Anleitungen gegeben, wie Mensch vor Ort Sicherheitskopien macht und Kinder sicher fesselt, damit sie nicht den "Konferenzraum" betreten – und vieles, vieles mehr. Geneigte Leser von heise online, deren Admin heute in der Firma arbeitet, schicken ihm ein kühles Bierchen für den Feierabend oder eine heiße Pizza für die Nachtschicht. Ein dickes Dankeschön an die Be-Herrscher der Bash-Skripte!

Einer nicht repräsentativen telefonischen Umfrage von heise online zufolge haben 9 von 10 Admins im ersten Shutdown vom Homeoffice aus User und Systeme betreut. Nur wenige waren vor Ort in der Firma, um Netzteile und andere ausgefallene Hardware-Komponenten zu ersetzen, vor Ort ein Upgrade einzuspielen oder ein Backup zu ziehen. Die berühmte Geschichte vom furchtlosen Admin, der in Sorge um seine Server ein besetztes Gebäude stürmt, wird "nach Corona" anders gezeichnet werden.

"Endlich mit weniger Unterbrechungen und besser arbeiten. Die Einrichtung vom Homeoffice ist (noch) nicht ideal aber trotzdem würde ich das gern so beibehalten", meint Sudi Sudo, Sysadmin eines großen deutschen Internet-Providers. "Die anderen im Team sind auch nicht unzufrieden. Manche wollen mal eher wieder (tageweise) ins Büro aber das sind eher die wenigsten. Also so eine Schreibtischkapazität für 30 Prozent der Leute würde reichen, würde ich mal sagen. Das häufigste Problem, bei dem sein Einsatz gefragt war, lag in der Einrichtung von VPN-Verbindungen, also im externen Support.

Ein ganz besonderer Dank muss in diesem Jahr an die Sysadmins gehen, die die Server in der Forschung warten, wo mit maschinellem Lernen und anderen quantitativen datengestützten Methoden Erkenntnisse zu COVID-19 gesammelt, ausgewertet und veröffentlicht werden. Zahlreiche Labore wären ohne die hilfreiche Wartung und Pflege der Sysadmins aufgeschmissen. Auch hinter der viel diskutierten Corona-App stehen Systemadministratoren, die die Server und Datenbanken in der Cloud betreuen. Ohne sie würde all das Tracing und das Testen wirkungslos verpuffen.

Viel ist die Rede von einer neuen Normalität nach der Pandemie. Zu ihr wird sicher die Arbeit im Homeoffice gehören, für die es Support geben muss. Auch das Lernen in der Schule und im Studium wird sich ändern, wobei hier ehrenamtliche Administratoren bereits Erstaunliches leisten. Sorgen wir dafür, dass sich in dieser neuen Normalität eines nicht ändert: die Anerkennung für die Systemadministratoren am letzten Freitag im Juli. All die Männer und Frauen, die eine ständig vom Absturz bedrohte Technik unter widrigen Bedingungen am Laufen halten, sind ja nicht schuld daran, wenn etwas nicht funktioniert. Sie bleiben cool selbst in der größten Krise. Hinter ihnen klirrt das Eis.

(mho)