Tabakkonzern Philip Morris sieht sein Heil in E-Zigaretten

Der Marlboro-Hersteller will sich von der klassischen Zigarette verabschieden – und setzt nun auf die angeblich gesünderen, elektronischen Varianten.

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Rauchroboter im Labor von Philip Morris

(Bild: Philip Morris)

Von
  • Birgit Herden

Die neuen E-Zigaretten, die mit Aromamischungen betrieben werden, sind weniger schädlich als herkömmliche Zigaretten auf Tabakbasis. Davon ist zumindest Ute Mons überzeugt. „Inzwischen ist klar, dass das Krebsrisiko bei der E-Zigarette sehr gering ist“, sagt die Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention und des WHO-Kollaborationszentrums für Tabakkontrolle am Deutschen Krebsforschungszentrum.

Trotzdem begegnen viele Deutsche gerade dieser Einschätzung mit Skepsis: „Eine sachliche Diskussion ist bei dem Thema schwer, die Debatte wird extrem emotional geführt“, räumt Mons in der aktuellen Juliausgabe von Technology Review ein (jetzt im gut sortierten Zeitschriftenhandel und im heise shop erhältlich).

TR 07/2018

Technology Review Juli 2018

Dieser Beitrag stammt aus Ausgabe 07/2018 der Technology Review. Das Heft ist ab 21.06.2018 im Handel sowie direkt im heise shop erhältlich. Highlights aus dem Heft:

Der Zigarettenhersteller Philip Morris startete deshalb eine aufwändige Kampagne, um seinen neu entwickelten Tabakerhitzer „Iqos“ auf den Markt zu bringen. Laut CEO André Calantzopoulos will sich der Konzern von der Zigarette verabschieden. Auch jene Lügen und Täuschungsmanöver, mit denen der Tabakriese einst die Schädlichkeit seiner Produkte bewusst verschleierte, sollen der Vergangenheit angehören. Die neuen elektronischen Produkte soll vielmehr eine transparente Forschung begleiten.

Doch wie die E-Zigaretten könnte der Iqos, in dem ein Tabakpfropfen verdampft wird, auf viel Widerstand in Deutschland treffen. Heino Stöver, Sozialwissenschaftler und Suchtforscher an der Frankfurt University of Applied Sciences, bestätigt, wie schwer hierzulande die nüchterne Beurteilung der Fakten fällt, wenn es um das Thema Sucht geht: „Das zentrale Gegenargument lautet immer, dass man damit abhängig bleibe.“ Der Forscher betrachtet das quasi als Totschlagsargument gegen die elektronische Alternative zu herkömmlichen Zigaretten. Stöver hält jedoch einen pragmatischen Ansatz für angebracht, wie ihn sich die britische Gesundheitsagentur Public Health England zu Eigen gemacht hat. Sie informiert Raucher inzwischen über die Vorteile von E-Zigaretten. „Wir bräuchten eine vernünftige Aufklärung durch staatliche Gesundheitsagenturen, sonst schütten wir das Kind mit dem Bade aus“, fordert entsprechend auch Stöver.


Mehr zu dem Thema lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von Technology Review (jetzt im gut sortierten Zeitschriftenhandel und im heise shop erhältlich). (anwe)