Alert!

Tails 4.11: Security-Updates und kleinere Neuerungen für das anonymisierende OS

Schwachstellen-Fixes geben Anlass zum Update; außerdem wurden die Möglichkeiten zum dauerhaften Speichern von Voreinstellungen auf USB-Sticks erweitert.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen

(Bild: Tails (tails.boum.org))

Von
  • Olivia von Westernhagen

Seit dem gestrigen Dienstag ist Version 4.11 des Debian-basierten Live-Betriebssystems Tails verfügbar. Wie üblich umfasst die neue Ausgabe teils sicherheitsrelevante Aktualisierungen von Linux-Kernel, vorinstallierter Software und Debian-Paketen. Die Entwickler raten angesichts zahlreicher geschlossener Schwachstellen zum zeitnahen Update.

Die Linux-Distribution Tails ("The Amnesic Incognito Live System") soll Nutzern dabei helfen, sich (möglichst) anonym im Internet zu bewegen, staatliche Zensur zu umgehen und keine Spuren auf verwendeten Computern zu hinterlassen. Zudem bringt sie Werkzeuge mit, um sensible Dateien und digitale Kommunikation vor unbefugten Zugriffen zu schützen.

Der Tor Browser als zentrale Tails-Komponente zum anonymen Surfen wurde auf Version 10.0 angehoben. Die aktuelle Version basiert wiederum auf der neuesten Firefox ESR-Ausgabe 78, deren Security-Fixes wir eine eigene Meldung gewidmet haben. Tor selbst hat ein Update auf 0.4.3.6 bekommen.

Teils aus der Ferne ausnutzbare Schwachstellen haben die Entwickler auch durch aktualisierte Versionen des Thunderbird-E-Mail-Clients (68.12) und der Packages ghostscript, bind9, openexr, xorg-sever und ibzmq5 beseitigt. Tails nutzt nun den Linux-Kernel 5.7.17 und profitiert dadurch von drei Lücken-Fixes (CVE-2020-16166, CVE-2020-14331 und CVE-2019-19770).

Weitere Details sind wie gewohnt einer Übersicht über alle Security-Fixes nebst Verlinkungen zu den jeweiligen Komponenten zu entnehmen.

heise online daily Newsletter

Keine News verpassen! Mit unserem täglichen Newsletter erhalten Sie jeden Morgen alle Nachrichten von heise online der vergangenen 24 Stunden.

Zusätzlich zu den Security-Updates nennen die Release-Notes noch weitere Software-Aktualisierungen sowie einen kleineren Bugfix: Der Gnome-spezifische Menüpunkt "Turn on Wi-Fi Hotspot" wurde aus dem Wi-Fi-Panel entfernt, da das Feature in Tails schlicht nicht verfügbar ist.

(Bild: tails.boum.org)

Unter der Überschrift "New Features" weisen die Entwickler schließlich noch auf eine Ergänzung an einem vorhandenen Feature hin, das bereits in Tails 4.8 als Beta eingeführt wurde. Es sorgt dafür, dass vom Nutzer vorgenommene Voreinstellungen des "Welcome Screens" dauerhaft im Persistent-Storage-Bereich eines USB-Sticks mit Tails gespeichert werden können.

Ursprünglich konnten lediglich Unsafe Browser-Einstellungen dauerhaft gespeichert werden; künftig ist dies laut Release-Notes zu Tails 4.11 aber auch für Sprach- und Keyboardkonfiguration sowie für verschiedene "Additional Settings" möglich.

Wer Tails bereits von einem USB-Stick nutzt, kann ab Version 4.2 aufwärts ein automatisches Upgrade durchführen. Wie man ein manuelles Upgrade vornimmt, erklärt ein Beitrag auf der Tails-Website. Für die Neuinstallation stellen die Tails-Entwickler Anleitungen für Linux, macOS und Windows bereit.

Tails 4.12 soll am 20. Oktober 2020 erscheinen. Neugierige finden in der Roadmap für künftige Tails-Versionen Informationen über geplante Neuerungen. (ovw)