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Tails 4.22: Sicherheitsupdates und Verbesserungen am Tor Connection-Tool

Die neue Version des anonymisierenden OS umfasst schützende Software-Updates und schraubt weiter am kürzlich eingeführten "Tor Connection Assistant".

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(Bild: Tails (tails.boum.org))

Von
  • Olivia von Westernhagen

Die Entwickler des anonymisierenden Betriebssystems Tails haben am heutigen Dienstag wie angekündigt eine neue Version veröffentlicht. Tails 4.22 konzentriert sich vor allem auf wichtige Bugfixes im "Tor Connection Assistant" zur Verbindung mit dem Tor-Netzwerk. Außerdem sind neue Versionen von Tor Browser und Thunderbird nebst wichtiger Sicherheitsupdates mit an Bord. Die verwendete AMD-Grafik-Firmware wurde auf Version 20210818 aktualisiert, um die Unterstützung bestimmter Grafikkarten zu verbessern.

Die Linux-Distribution Tails ("The Amnesic Incognito Live System") soll Nutzern dabei helfen, sich möglichst anonym im Internet zu bewegen, staatliche Zensur zu umgehen und keine Spuren auf verwendeten Computern zu hinterlassen. Zudem bringt sie Werkzeuge mit, um sensible Dateien und digitale Kommunikation vor unbefugten Zugriffen zu schützen.

Der Tor Connection-Assistent wurde mit Tails 4.20 im vergangenen Juli eingeführt. Ziel war es laut Entwicklern, die Nutzung des Tor-Netzwerks vor allem für jene Nutzer zu erleichtern und sicherer zu machen, die besonders stark von Zensur und Überwachung betroffen sind. Der Connection Assistant soll die generelle Verschleierung der Tor-Nutzung verbessern und zudem die Verbindung mittels so genannter Bridges zur Umgehung von Zugriffssperren erleichtern.

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Die Bugfixes und Verbesserungen in Tails 4.22 zielen unter anderem darauf, die Nutzung selbst definierter Bridges ("Custom Bridges") erleichtern. Künftig ist es zudem möglich, eine Custom Bridge dauerhaft im Persistant Storage des USB-Sticks mit Tails zu hinterlegen. Das Zeitfenster bis zum Timeout beim Fehlschlagen der Verbindung zum Tor-Netzwerk wurde zugunsten langsamerer Internetverbindungen angepasst. Neue Verbindungsversuche können jetzt direkt vom resultierenden Fehlerbildschirm aus unternommen werden.

Eine Übersicht über sämtliche Bugfixes im Tor Connection Assistant und weiteren Tails-Komponenten liefern die Release-Notes zu Tails 4.22.

Den Tor Browser bringt Tails jetzt in Version 10.5.6 mit, die so frisch ist, dass der zugehörige Blogeintrag beim Erscheinen dieses Artikels noch nicht verfügbar war. Der Browser umfasst die Sicherheitsupdates aus dem Extended Support Release 91.1 von Firefox, das ebenfalls heute erschienen ist:

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Die Thunderbird-Version in Tails 4.22 wurde auf 78.13 vom 10. August 2021 angehoben. Wie die Aktualisierung von Firefox beseitigt auch die Thunderbird-Aktualisierung Sicherheitslücken mit "High"-Einstufung.

Wer Tails bereits von einem USB-Stick nutzt, kann ein automatisches Upgrade durchführen. Das klappt aber nur ab Version 4.19 aufwärts ohne Schlenker: "Automatic upgrades are broken from Tails 4.14 and earlier", heißt es in den Release-Notes. Für das automatische Upgrade von Tails 4.15 bis einschließlich Tails 4.18 auf die aktuelle Version gibt es wiederum eine Extra-Anleitung.

Wie man ein manuelles Upgrade vornimmt, erklärt ein Beitrag auf der Tails-Website. Für die Neuinstallation auf USB-Stick stellen die Tails-Entwickler Anleitungen für Linux, macOS und Windows bereit. Vorsicht: Laut Release Notes geht vorhandener Persistent Storage (und damit auch die dort gespeicherten Daten) verloren, wenn man statt eines Upgrades eine Neuinstallation vornimmt.

Tails 4.23 soll am 5. Oktober 2021 erscheinen. Neugierige finden in der Roadmap für künftige Tails-Versionen Informationen über geplante Neuerungen.

Siehe auch:

  • Tails: Download schnell und sicher von heise.de

(ovw)