Teamviewer: Starkes Umsatzwachstum wegen Corona-Krise

Teamviewer verzeichnet 21 Prozent mehr Umsatz im zweiten Quartal. Die Corona-Krise macht es möglich.

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(Bild: II.studio/Shutterstock.com)

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  • Oliver Bünte

Das Software-Unternehmen Teamviewer setzt sein Wachstum im zweiten Quartal 2020 fort. Der Umsatz legte um 21 Prozent auf 114,7 Millionen Euro zu. Unter dem Strich blieben Teamviewer davon 30,3 Millionen Euro, eine Steigerung um 58 Prozent im Jahresvergleich, wie Teamviewer am Dienstag mitteilte. Wie schon im ersten Quartal profitierte das Unternehmen von der Nachfrage nach Fernzugriffs- und Homeoffice-Systemen wegen der Corona-bedingten Lockdowns und konnte sich so gegen den allgemeinen Wirtschaftsabschwung behaupten.

Die Billings, also die abgerechneten Umsätze, stiegen im zweiten Quartal um 45 Prozent auf 105,9 Millionen Euro, vor einem Jahr lagen sie noch bei 73,1 Millionen Euro, teilte Teamviewer mit. Zusammen mit dem ersten Quartal ergeben sich damit für das erste Halbjahr abgerechnete Umsätze von 225,7 Millionen Euro, ein Anstieg von 59 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2019. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) liegt für das zweite Quartal bei 57,3 Millionen Euro, und damit 60 Prozent über dem Vorjahresquartal. Für das erste Halbjahr fällt der Anstieg des EBITDA durch das erste Rekordquartal mit 78 Prozent auf 131,1 Millionen Euro noch höher aus. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2019 hatte es noch bei 73,5 Millionen Euro gelegen.

Teamviewer hat dabei vor allem von den Auswirkungen der Corona-Pandemie und der Umstellung auf Homeoffice in vielen Unternehmen profitiert. So stieg die Anzahl der zahlenden Abonnenten in der ersten Jahreshälfte auf mehr als 534.000 an. Zum Ende des ersten Halbjahrs 2019 waren es noch 368.000. Ein Wachstumstreiber sei nach Angaben von Teamviewer auch der Enterprise-Bereich gewesen. Teamviewer zählt dazu Kunden mit einem jährlichen Vertragsvolumen von mehr als 10.000 Euro. Die Zahl dieser Kunden sei von 518 zum Ende des ersten Halbjahrs 2019 auf nun auf 1457 angestiegen.

Oliver Steil, Geschäftsführer von Teamviewer sieht das Unternehmen für die Zukunft gut aufgestellt: "Teamviewer wächst weiterhin stark bei gleichzeitig hoher Profitabilität." Dabei dürfte dem Software-Unternehmen aus Göppingen auch die Mitte Juli angekündigte Übernahme von Ubimax als strategisches Moment in die Karten spielen. Von dem Zukauf des global führenden Unternehmens für Industrie-4.0-Systeme verspricht sich Teamviewer eine Erweiterung der eigenen Geschäftszweige, eine geografische Expansion und weiteres Wachstum.

So soll durch die Übernahme von Ubimax das Angebot für größere industrielle Unternehmenskunden erweitert werden. Auch die Expertise von Ubimax in der Optimierung industrieller Arbeitsprozesse soll Teamviewer bei künftigen Anwendungsentwicklungen in den Bereichen Datenanalyse und künstlicher Intelligenz (KI) zugutekommen. Teamviewer erwartet den Abschluss der Übernahme im dritten Quartal 2020. Der Zielmarkt soll sich dann nach Angaben von Teamviewer auf 40 Milliarden Euro erweitern.

Die Prognose für das laufende Jahr bestätigte Teamviewer. Der Umsatz soll mindestens 450 Millionen Euro betragen. Durch die gute Geschäftsentwicklung des ersten Halbjahres und den höheren Billings im ersten Quartal könnte er noch höher ausfallen. Dabei ist die Übernahme von Ubimax und die Schwächung des Dollars allerdings noch nicht berücksichtigt. Teamviewer geht zusätzlich von etwas erhöhten Investitionsausgaben von 25 bis 30 Millionen Euro aus.

Die Aktie von Teamviewer, die am 9. Juli mit 54,98 Euro ihr bisheriges Jahreshoch erreicht, seitdem aber eine rückläufige Tendenz gezeigt hatte, ließ am Dienstagvormittag um knapp 4,6 Prozent nach und liegt nun bei 45,09 Euro.

Siehe dazu auch:

  • Teamviewer: Download schnell und sicher von heise.de

[Update v. 04.08.2020, 10:24 Uhr]: Tageskursentwicklung von Teamviewer-Aktie angepasst. (olb)