Telefónica Deutschland hebt Prognose an: Rekord bei Umsatz und operativem Gewinn

Telefónica Deutschland hat im ersten Halbjahr 2021 rund 2,9 Prozent mehr Umsatz erzielt, sodass das Telekommunikationsunternehmen die Prognose anhebt.

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Der O2-Tower in München, Firmensitz von Telefónica Deutschland.

(Bild: Telefónica Deutschland)

Von
  • Oliver Bünte

Telefónica Deutschland schaut für das laufende Geschäftsjahr 2021 positiver in die Zukunft als bisher. Grund für den Optimismus ist die Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr. So legte der Umsatz um 2,9 Prozent in Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu. Dies sei der stärkste Umsatzzuwachs der Unternehmensgeschichte, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Auch beim operativen Gewinn konnte der Konzern mit einer Steigerung von 8,2 Prozent ein Rekordergebnis einfahren. Die Ergebnisse sind noch vorläufig.

Konkret lag der Umsatz von Telefónica Deutschland im ersten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2021 bei 3,47 Milliarden Euro. Das bereinigte Betriebsergebnis (OIBDA) stieg im gleichen Zeitraum auf 1,17 Milliarden Euro an. Dabei ist eine Bereinigung von Sondereinflüssen in Höhe von 3,5 Prozent enthalten, heißt es in der Mitteilung von Telefónica Deutschland.

Das Geschäft habe sich im zweiten Quartal besonders gut entwickelt. Der Konzern sieht hierfür das O2 Free Portfolio verantwortlich. Der Online-Vertrieb funktioniere stark, die Abwanderungsrate bei O2 sei gesunken. Telefónica spricht hier von 0,8 Prozent. Im Vorjahr hatte die Abwanderungsrate noch bei 1,1 Prozent gelegen. Im zweiten Quartal konnten rund 375.000 Neukunden für Mobilfunkverträge begeistert werden. Dazu kamen 91.000 Prepaid-Anschlüsse, so viele, wie seit 2016 nicht mehr.

Die Mobilfunkumsätze seien um 7,4 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro geklettert. Der Umsatz pro Kunde sei von durchschnittlich 13,30 Euro auf nunmehr 13,60 Euro angestiegen. Beim Kauf von Telefonen und anderen Mobilfunkgeräten hielten sich die Kunden jedoch etwas zurück. Der Umsatz fiel um 1,2 Prozent auf 318 Millionen Euro. Im letzten Jahr sei die Nachfrage allerdings auch außerordentlich hoch gewesen, heißt es zur Begründung.

Das bereinigte Betriebsergebnis im zweiten Quartal liegt bei 10,8 Prozent und beträgt 612 Millionen Euro. Ursächlich seien die margenstarken Tarife von O2 sowie ein "effizientes Kostenmanagement in Vertrieb und Marketing". Zusätzlich hätten sich Einmaleffekte aus dem Vorjahr und dem letzten Quartal positiv auf die Bilanz ausgewirkt.

Telefónica Deutschland habe im letzten Quartal weiter in den Netzausbau investiert. Insgesamt 280 Millionen Euro steckte der Konzern in das Netz. Im Vorjahreszeitraum waren es 251 Millionen Euro, im ersten Quartal 2021 228 Millionen Euro. Die Investitionsquote lag bei 14,8 Prozent. Die will Telefónica weiter steigern. Dabei sollen bis 2022 vom Umsatz maximal zwischen 17 und 18 Prozent investiert werden, heißt es. In der zweiten Hälfte 2021 sollen die Investitionen dann intensiviert werden.

Ein Gutteil davon dürfte in die 5G-Infrastruktur fließen, deren Ausbau der Konzern seit Jahresanfang forciert hat. Mittlerweile gäbe es rund 2000 5G-Stationen in über 80 deutschen Städten. Dabei hält Telefónica Deutschland an dem Ziel fest, bis zum Jahresende mehr als 30 Prozent der Bevölkerung mit 5G versorgen zu können. Bis Ende 2025 soll Deutschland komplett mit 5G abgedeckt sein. Am 1. Juli hatte Telefónica Deutschland das UMTS-Netz von O2 abgeschaltet. Durch den höheren Abschreibungsbedarf vergrößerte sich der Nettoverlust auf 84 Millionen Euro.

Für das Geschäftsjahr 2021 hebt Telefónica Deutschland seine Prognose leicht an. Konkrete Zahlen nannte der Konzern nicht, sondern sprach beim Umsatz nur von "leicht positiv" gegenüber dem Vorjahr 2020, in dem ein Umsatz von 7,532 Milliarden Euro erzielt wurde. Auch beim OIBDA wolle man leicht positiv gegenüber dem Vorjahr zulegen. (olb)