Telefónica: UMTS-Netz wird 2021 abgeschaltet

Der Mobilfunkbetreiber Telefónica schaltet sein 3G-Netz noch 2021 ab. Auch die Konkurrenz stampft UMTS im kommenden Jahr ein.

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Die Deutschlandzentrale des Telekommunikationsanbieters O2, der Kernmarke von Telefonica Deutschland.

(Bild: dpa, Sven Hoppe/dpa)

Von
  • Daniel Herbig

Das 3G-Netz (UMTS) von Telefónica wird bis Ende 2021 abgeschaltet. Das teilte der Mobilfunkanbieter, der sein Angebot in Deutschland unter dem Namen O2 vermarktet, mit. Zuvor hatte Telefónica lediglich grob angegeben, das UMTS-Netz werde bis Ende 2022 eingestampft.

Dass es nun schneller gehen soll, begründet das Unternehmen mit Fortschritten im Netzausbau: Vorhandene 3G-Technik im O2-Netz könne schneller als geplant auf 4G umgerüstet werden. Das bisher für 3G verwendete Frequenzspektrum bei 2.100 MHz will Telefónica künftig für die 4G- und 5G-Netze einsetzen. "Mit 4G und 5G holen wir aus demselben Frequenzspektrum mehr Bandbreite und damit ein deutlich besseres Kundenerlebnis heraus", sagt Mallik Rao, Technologievorstand bei Telefónica Deutschland.

Telefónicas überarbeiteter Zeitplan deckt sich nun eher mit denen der Konkurrenz: Die Deutsche Telekom hat bereits angekündigt, ihr eigenes UMTS-Netz am 30. Juni 2021 abschalten zu wollen. Auch für Vodafone ist der 30. Juni Stichtag für die 3G-Abschaltung.

"3G war wichtig für den Durchbruch der mobilen Datenkommunikation in Deutschland", kommentiert Markus Haas, Vorstandsvorsitzender von Telefónica Deutschland, die Abschaltung des UMTS-Netzes. "Aber nach 20 Jahren sind die Tage dieser Technologie gezählt."

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Laut Telefónica werden die meisten Daten im O2-Netz längst über den UMTS-Nachfolger LTE (4G) übertragen. 2016 sollen noch 60 Prozent der Daten über 3G durchs O2-Netz geflossen sein, mittlerweile seien es weniger als zehn Prozent. 4G ermöglicht Geschwindigkeiten von bis zu 225 MBit/s, 3G dagegen nur 42 MBit/s.

Wie auch die Telekom bietet auch Telefónica weiterhin ein 2G-Netz als Basisnetz an, über das zum Beispiel weiterhin Telefonate abgewickelt werden können. Das Unternehmen hat eigenen Angaben zufolge 44 Millionen Kunden, von denen über 97 Prozent bereits ein 4G-fähiges Endgerät nutzen.

(dahe)