Telefónica sucht Investoren für Unterseekabel

Nun möchte sich der spanische Telekommunikationskonzern doch nicht mehr ganz von seiner Tochter Telxius trennen, sondern sucht Partner mit Geld.

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Gebäude der deutschen Telefónica-Niederlassung

(Bild: Telefónica)

Von
  • Teo Lukas

Der spanische Telekommunikations-Konzern Telefónica möchte offenbar doch lieber Investoren an Bord seiner Untersee-Kabel-Sparte holen als große Teile davon zu verkaufen. Mit dem Verkauf wollte das spanische Unternehmen etwa zwei Milliarden Euro in die Kassen spülen, um Schulden abzubauen. Ende November hatte Telefónica die französische Geschäftsbank Société Générale und die Investmentbank Greenhill damit beauftragt, den Verkauf der Unterseekabel-Sparte des Tochterunternehmens Telxius vorzubereiten.

Stattdessen könnte das Unternehmen nun einen Teilverkauf durchführen und den Vermögenswert dann in eine 2019 eingerichtete Infrastruktur-Sparte namens Telefónica Infra einbringen, sagte Telefonica-COO Angel Vilá in einem Interview mit [i]Bloomberg[/i ]. Telefónica möchte, dass die neue Abteilung "wie jeder andere Infrastruktur-Investmentfonds" arbeitet, sagte Vilá.

Telxius betreibt derzeit das Glasfaser-Breitbandnetz Telefónicas in Deutschland. In Brasilien verhandelt die Firma über ein Glasfaser-Joint-Venture. Unter dem Namen FiBrasil Infraestrutura e Fibra Ótica SA (FiBrasil) soll in dem südamerikanischen Land das neue Netzwerk als ein neutraler und unabhängiger Glasfaser-Backbone entstehen.

Bloomberg berichtet weiter, dass diese neue Investition den Wert der Vermögenswerte steigern und Mittel aufbringen könnte, um Telefónicas Schulden in Höhe von 35 Milliarden Euro zu reduziern. Injektion neuer Investitionen statt Verkauf könnte Teil eines neuen Trends sein, bei dem Telekommunikationsunternehmen Investoren in die eigene Infrastruktur gewinnen, um so die Rendite zu steigern.

Telefónica muss Schulden bedienen. Im Januar verkaufte Telefónica einen Großteil ihrer Funktürme für 7,7 Milliarden Euro an den Konzern American Tower Corp. Die Meldung vom geplanten Telxius-Verkauf im November 2020 kam nicht überraschend. Schon zuvor hatte Telefónica das Infrastruktur-Unternehmen als Liquiditätsquelle genutzt. 2017 gingen 40 Prozent der Anteile an die US-Beteiligungsgesellschaft Kohlberg Kravis Roberts & Co. (KKR) und 10 Prozent an Pontegadea. Das brachte damals mehr als 1,2 Milliarden Euro ein.

Spekuliert wurde vergangenes Jahr auch über einen Versuch, Telxius an die Börse zu bringen. 2016 war ein erster Versuch abgeblasen worden. Telxius wartet und vermarktet mehrere Unterseekabel weltweit, darunter das transatlantische Seekabel Marea, das von Microsoft und Facebook in Auftrag gegeben und 2017 fertiggestellt wurde.

(tol)