Telekom: Sprint-Übernahme drückt auf den Gewinn

Mit der Sprint-Übernahme wird T-Mobile US zum zweitgrößten Mobilfunkprovider der USA. In Deutschland läuft das Breitbandgeschäft gut.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 6 Beiträge
Von
  • Jürgen Kuri

Die Deutsche Telekom hat im zweiten Quartal des Geschäftsjahrs wegen der Übernahme des kleineren Wettbewerbers Sprint in den USA deutlich weniger Gewinn erwirtschaftet. Der Nettogewinn sank um 20,1 Prozent auf 754 Millionen Euro. Die Fusion von T-Mobile US mit Sprint kostete im zweiten Quartal dabei rund 700 Millionen Euro. Der Umsatz stieg infolge des Zukaufs um 37,5 Prozent auf 27 Milliarden Euro, hierbei stammten 7 Milliarden Euro an Zuwachs aus der Konsolidierung von Sprint. Nach der erfolgreichen Fusion der US-Tochter erwartet die Telekom in den ersten drei Jahren hohe Integrationskosten.

heise online daily Newsletter

Keine News verpassen! Mit unserem täglichen Newsletter erhalten Sie jeden Morgen alle Nachrichten von heise online der vergangenen 24 Stunden.

Die Telekom erhöhte allerdings Ausblick auf das Gesamtjahr nach der Übernahme. Statt bislang 25,5 Milliarden Euro erwartet der Konzern für das Gesamtjahr 2020 ein EBITDA von 34 Milliarden Euro. Die Telekom betonte dabei, dass alle Werte für das Geschäft außerhalb der USA gegenüber der bisherigen Prognose unverändert bleiben. Zum Ende des ersten Geschäftshalbjahrs 2020 beschäftige die Telekom 229.170 Mitarbeiter, zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahrs waren es 212.762 Mitarbeiter.

In Deutschland stieg die Anzahl der Breitbandkunden der Telekom im Quartal um 87.000. Insgesamt 386.000 Kunden wechselten in dieser Zeit auf einen Anschluss, den die Telekom "glasfaserbasiert" nennt. Dazu zählen neben den direkten Glasfaseranschlüssen (FTTH) auch die Vectoring-Anschlüsse der Telekom, die ab dem Kabelverzweiger auf der Straße über Glasfaser angebunden sind (FTTC). Die Telekom zählt nun insgesamt 15,2 Millionen dieser Anschlüsse, 1,8 Millionen mehr als vor einem Jahr.

Im Mobilfunkgeschäft gingen die Service-Umsätze hierzulande um 1,1 Prozent zurück. Die Telekom führt dies darauf zurück, dass aufgrund der Reisebeschränkungen in der Corona-Krise viele Roaming-Umsätze wegfielen. Die Telekom zählte in Deutschland 47,4 Millionen Mobilfunkkunden, eine Steigerung gegenüber dem Vormonat um 0,9 Prozent; davon hatten 25,5 Millionen einen Postpaid-Veretrag.

In den USA konnte T-Mobile dank der Sprint-Übernahme nun AT&T vom zweiten Platz unter den Mobilfunk-Providern verdrängen und hat nun 98,3 Millionen Kunden.

(jk)