Telekom-Tochter T-Mobile-US: Fetter Umsatzsprung durch Sprint-Übernahme

Die Übernahme des kleinen Konkurrenten Sprint hat T-Mobile US mehr Umsatz beschert, allerdings dämpfen Kosten für die Übernahme und die Corona-Krise den Gewinn.

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(Bild: Andrew Kelly/AP Images for T-mobile)

Von
  • Oliver Bünte

Das US-Tochterunternehmen der Telekom, T-Mobile US, hat ihren Umsatz im zweiten Quartal deutlich ausgebaut. So legte der Umsatz im Jahresvergleich um 61 Prozent auf 17,7 Milliarden US-Dollar, umgerechnet etwa 14,9 Milliarden Euro, zu. Das teilte T-Mobile US am Donnerstag nach US-Börsenschluss mit. Beim Gewinn musste das Unternehmen aber deutlich Federn lassen, denn unterm Strich blieben dem Unternehmen 110 Millionen Dollar, ein Einbruch im Jahresvergleich um 88 Prozent.

Der Zuwachs beim Umsatz ist vor allem der Übernahme des kleineren US-Providers Sprint geschuldet, den T-Mobile US übernommen hatte. Der Geschäftsbericht des zweiten Quartals ist der erste, in dem eine gemeinsame Bilanz ausgewiesen ist. Die Fusion hat die nun "New T-Mobile" zum zweitgrößten Mobilfunker der USA aufsteigen lassen. Entsprechend euphorisch feierte T-Mobile-CEO Mike Sievert das Unternehmen: "Das Übertreffen von AT&T, um Nummer 2 zu werden, war ein großer Schritt zum Start in Q2, aber das ist nur der Anfang!“ Nun hat Sievert den Marktführer Verizon im Visier. Zumindest wolle man Mobilfunkbetreiber der Herzen werden und bei den Kundenzuwächsen weiter punkten, wie Sievert ankündigte.

Das gelang T-Mobile bereits erneut im zweiten Quartal. Knapp 1,25 Millionen neue Kunden konnte der Provider hinzugewinnen, nach Angaben von T-Mobile jeweils mehr als die beiden anderen großen US-Mobilfunkprovider. Damit hat T-Mobile US insgesamt 98,3 Millionen Kunden, die in den letzten Jahren mitunter auch durch eine recht aggressive Preispolitik und einer Vielzahl an Angeboten erkauft wurden. Gerade bei den wichtigen Vertragskunden, die der eigentliche Geldbringer sind, hat T-Mobile einen Zuwachs von rund 1,1 Millionen verzeichnen können.

Aber nicht nur über attraktive Preise will das Unternehmen weiterwachsen. Vielmehr wolle man Kunden das "fortschrittlichste 5G-Netzwerk" anbieten, sagte Sievert. Bei 5G habe das Unternehmen bereits jetzt die Nase vorn, vor AT&T und Marktführer Verizon. Das 5G-Netz von T-Mobile sei derzeit das größte der USA und bereits in 7500 Städten und Gemeinden verfügbar. T-Mobile lockt aber auch im 5G-Netz mit Kampfpreisen und legt im Familientarif für etwa 5 Dollar noch ein Smartphone oben drauf.

Doch im zweiten Quartal konnte T-Mobile das nicht in bare Münze umsetzen. Die Gewinne sind im zweiten Quartal stark auf 110 Millionen Dollar eingebrochen. Die Corona-Krise, die im ersten Quartal nicht so stark zu Buche geschlagen hatte, soll dafür unter anderem verantwortlich sein. T-Mobile spricht hier von Kosten in Höhe von 341 Millionen Dollar vor Steuern. Hinzu kommen Ausgaben für die Fusion mit Sprint, die im Geschäftsbericht in einer Höhe von 341 Millionen Dollar vor Steuern ausgewiesen sind. Zusätzlich schlägt die Integration des Sprint-Netzwerks auf die Bilanz.

Insgesamt schaut T-Mobile US aber positiv in die Zukunft: Für das weitere Geschäftsjahr erwartet der Provider einen Kundenzuwachs zwischen 1,7 und 1,9 Millionen. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, das EBITDA, soll zwischen 12,4 Milliarden und 12,7 Milliarden Dollar liegen.

Die Aktie legte am Freitagvormittag um etwa 4,9 Prozent zu. Der Wert stieg auf 95,75 Euro.

(olb)