Terrae Novae: ESA will europäischen Astronauten noch vor 2040 zum Mars schicken

Die ESA hat ehrgeizige Ziele gesteckt: Europäische Astronauten sollen zunächst zum Mond und dann zum Mars gebracht werden. Dazu braucht es aber Unterstützung.

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Die ESA will in der Erdumlaufbahn, auf dem Mond und dem Mars aktiv sein.

(Bild: ESA)

Von
  • Oliver Bünte

Die Europäische Weltraumorganisation ESA will bis 2040 einen ersten europäischen Astronauten zum Mars entsenden. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Roadmap der ESA unter dem Titel "Terrae Novae 2030+" (Neue Welten 2030+) hervor. Demnach soll in einem Zwischenschritt in den 2030er-Jahren ein Europäer auf dem Mond landen.

Die ESA spricht in ihrem Strategiepapier von einer "kühnen Vision", die Europas Rolle in der Weltraumforschung sichern soll. Dabei geht es nach Aussagen der ESA darum, von den daraus erwachsenden wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Vorteilen zu profitieren. Das könne den künftigen Wohlstand Europas sichern, heißt es.

Konkret geht es um eine dreiteilige Vision, die die ESA mit dem erdachten Fahrplan verwirklichen will:

Zunächst soll auf der Internationalen Raumstation ISS eine kontinuierliche Präsenz sichergestellt sein. Auch nach der ISS-Ära will die ESA in der erdnahen Umlaufbahn (LEO) weiterhin stark bleiben.

Zusätzlich sollen Vorbereitungen erfolgen, in den 2030er-Jahren einen ersten europäischen Astronauten zum Mond zu bringen. Die ESA will dazu autonome Mondlandekapazitäten bereitstellen. Die Missionen sollen unter europäischer Leitung "auch im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit" erfolgen. Dabei sollen die Voraussetzungen entwickelt und vorbereitet werden, die eine nachhaltige Monderkundung ermöglichen. Dabei wolle die ESA möglicherweise auch neue Kooperationsmöglichkeiten, etwa hinsichtlich der Landung von Menschen auf dem Mond und der Mobilität auf der Mondoberfläche, nutzen.

Die ESA verfolgt bis 2040 ehrgeizige Ziele.

(Bild: ESA (Screenshot))

Als weiteres Ziel deklariert die ESA, bis 2040 einen ersten Europäer auf den Mars zu bringen. Dazu müsse man führend in verschiedenen Techniken werden, wie etwa in Überlebensfähigkeitstechnik und im Beherrschen von Radioisotop-Energie. Dazu gehöre ebenfalls die Fähigkeit, kleine und große logistische Nutzlasten auf den Mars bringen zu können, erläutert die ESA detailliert in dem 25-seitigen Papier.

Bei der Umsetzung der ambitionierten Ziele hofft die ESA auf politische Unterstützung und auf die Hilfe von Partnern, mit denen die Projekte umgesetzt werden können. "Ich fordere nun unsere politischen Entscheidungsträger auf, den Ehrgeiz Europas zu zeigen, damit die ESA gemeinsam mit all ihren Akteuren diesen Strategiefahrplan in die Tat umsetzen kann", sagt Josef Aschbacher, Generaldirektor der ESA.

(olb)