Tesla-Chef Elon Musk: "Es ist an der Zeit, Amazon aufzuspalten!"

Es gibt Gründe, warum Amazon zerschlagen werden könnte. Für Elon Musk ist wohl ein abgelehntes kritisches Buch über den Corona-Lockdown Stein des Anstoßes.

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Elon Musk auf Teslas Aktionärsversammlung 2015

(Bild: Steve Jurvetson CC BY 2.0)

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Der Tesla-Chef Elon Musk hat via Twitter gefordert, den Online-Händler Amazon zu zerschlagen. Wie er am Donnerstag in einem Tweet mitteilte, ist es an der Zeit, "Amazon aufzuspalten", denn "Monopole sind Unrecht". Der Anlass für die Forderung und das Brechen seiner selbst verordneten Twitter-Pause ist offenbar die Ablehnung der Veröffentlichung eines kritischen Buches über den Corona-Lockdown des Roman-Autors und Journalisten Alex Berenson auf Amazon Kindle Direct Publishing (KDP).

Berenson hatte das Buch mit dem Titel "Unreported Truth about COVID-19 and Lockdowns“ (Nicht gemeldete Wahrheit über COVID-19 und Lockdowns) bei Kindle Direct Publishing veröffentlichen wollen. Dieses wurde jedoch bei der Begutachtung von KDP am Donnerstag abgelehnt, weil es den Regeln zur Veröffentlichung nicht entspricht. Nach Ansicht der Begutachter enthält bereits das erste Kapitel Informationen aus nicht offiziellen Quellen (gemeint sind US-amerikanische Gesundheitsbehörden), wie aus der von Berenson veröffentlichten Antwort von KDP hervorgeht. Berenson hält die Ablehnung der Veröffentlichung für Zensur.

Berenson, der im ersten Kapitel der Mortalität des neuartigen SARS-COV-2-Virus, wen es tötet und der korrekten Zählung der Todesfälle nachgeht, zweifelt darin die Gefährlichkeit des Virus an. Er ist der Ansicht, dass die Mortalitätsrate geringer ist als offiziell angegeben, weil die Dunkelziffer infizierter Personen nicht berücksichtigt wird. Außerdem glaubt er nicht an ein hohes Ansteckungsrisiko und führt dazu ein einzelnes Beispiel auf einem französischen Flugzeugträger an. Seiner Ansicht nach, würden dem Virus ohne Maßnahmen und Schutz von Risikogruppen zwischen einem von 360 und einem von 1300 US-Amerikanern zum Opfer fallen. Das sei zwar mehr als bei der jährlichen Grippewelle, aber weniger als bei der Spanischen Grippe zwischen 1918 und 1920. Vergleichbar seien die Auswirkungen von COVID-19 mit denen der Grippewellen von 1957 und 1968 oder der britischen Epidemie der 1990er-Jahre.

Berenson positioniert sich damit in die Reihe der Kritiker, die die COVID-19-Pandemie als nicht so schlimm ansehen. In den USA tötete das Virus nach Angaben des Centers for Desease Control bisher 107.029 Menschen (Stand 04.06.2020). Allein in New York, wo Berenson wohnt, gab es demnach 26.886 Todesfälle durch das neuartige Corona-Virus.

Musk hat sich selbst als großen Kritiker der Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie positioniert. Er bezeichnete die Beschränkungen unter anderem als "faschistisch“ und forderte dazu auf, den Menschen ihre "gottverdammte Freiheit" wiederzugeben. Nachdem die Tesla-Produktion aufgrund der Corona-Infektionsgefahr eingestellt werden musste, öffnete er das Tesla-Stammwerk trotz der Auflagen und kam damit ungeschoren davon.

Die Ablehnung des Buches von Alex Berenson kommentierte Musk in einem Tweet, der namentlich an Amazon-Chef Jeff Bezos, adressiert war, mit "das ist wahnsinnig". Musk und Bezos konkurrieren in einigen Geschäftsbereichen miteinander. Darunter fallen beispielsweise die Weltraumunternehmen SpaceX und Blue Origin. Außerdem tritt Bezos als Investor der US-amerikanischen Elektro-Auto-Schmiede Rivian auf.

[Update v. 05.06.2020, 11:10 Uhr]: Wie aus einem Tweet von Alex Berenson hervorgeht, ist das Buch mittlerweile doch bei Amazon erhältlich. In dem Tweet bedankt er sich bei Elon Musk für dessen Unterstützung. Nach Angaben von Fox News soll es sich um einen Fehler bei Amazon gehandelt gehandelt haben. (olb)