Tesla: "Full Self-Driving" für US-Autos verfügbar – trotz Sicherheitsbedenken

Der US-Autokonzern weitet den Betatest seiner erweiterten Fahrassistenz deutlich aus. Wer will, kann die Funktion nun mit einem Knopfdruck beantragen.

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(Bild: TierneyMJ/Shutterstock.com)

Von
  • Martin Holland

Tesla hat die umstrittene erweiterte Fahrassistenzfunktion FSD ("Full Self-Driving") in den USA freigegeben, aber deutlich zurückhaltender als angekündigt. Tesla-Chef Elon Musk hatte lange versprochen, dass die erweiterte Fahrassistenz über einen Schalter in der Bedienung einfach freischaltbar gemacht werden soll, stattdessen kann man die Freischaltung nun nur "beantragen".

Wie etwa CNBC berichtet, gibt es nach einem Software-Update für die Elektroautos des US-Konzerns nun einen virtuellen Schalter, mit dem man sein Interesse an dem Betatest bekunden kann. Auf Basis der Fahrdaten werde dann aber von Tesla berechnet, ob das genehmigt werden soll. Wer sieben Tage lang vorbildlich genug gefahren sei, könne die Funktion nutzen, twitterte Elon Musk.

Genauso wie die anderen Assistenzsysteme – darunter der sogenannte "Autopilot" – macht auch das FSD entgegen der Bezeichnung einen Tesla nicht autonom. Stattdessen handele es sich um eine Funktion, mit der die Elektroautos – vorerst nur in den USA – in städtischen Umgebungen selbstständig navigieren, wobei Fahrer oder Fahrerin jederzeit den Überblick behalten müssen, schreibt CNBC. Vor der nun erfolgten Ausweitung des Betatests für die Software konnten demnach etwa 2000 Personen die Funktion auf öffentlichen Straßen ausprobieren, vor allem Angestellte des US-Autobauers. Nun könnten Tausende weitere folgen. Vorher hatte es einmal mehr Kritik an Teslas Umgang mit den Assistenzsystemen gegeben.

Erst vor wenigen Tagen hatte die Chefin des National Transportation Safety Boards (NTSB) gefordert, dass Tesla "grundlegende Sicherheitsprobleme" angehen müsse, bevor die Funktion auf mehr Fahrzeugen verfügbar gemacht werden könne. Ihre Verkehrsbehörde untersucht die Unfälle im US-Transportwesen, kann Autokonzernen aber keine Vorschriften machen. Dass Tesla die Funktion unter dem Namen "Full Self-Driving" ("komplett selbstfahrend") vertreibt, nannte sie "irreführend und unverantwortlich", denn das suggeriere eine volle Autonomie des Fahrzeugs, die aber nicht gegeben sei. Die US-Verkehrsbehörde National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) hatte im August eine erneute Untersuchung des Fahrassistenzsystems "Autopilot" eingeleitet.

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(mho)