Tesla Supercharger: Freies Aufladen für Nicht-Tesla-Fahrzeuge (bis auf Widerruf)

An Teslas V3-Superchargern tanken andere E-Autos Strom – und das sogar kostenlos, wie mehrere Berichte zeigen. Vermutlich ist das aber ein Software-Fehler.

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(Bild: Daniel AJ Sokolov)

Von
  • Tilman Wittenhorst

Das eigene E-Auto an einem weitverzweigten Netz von Ladestationen mit Strom betanken, dazu herstellerübergreifend sowie mit einem Standard-Ladekabel, und das ganze auch noch kostenlos? Nein, das ist (leider) nicht der Auftakt zur großen Wende hin zur Elektromobilität, sondern – höchstwahrscheinlich – ein Softwarefehler in Teslas Ladeinfrastruktur. Denn derzeit häufen sich Berichte über Fälle, in denen E-Auto-Fahrer in Europa an einem Tesla V3-Supercharger kostenlos Strom laden können, während Tesla-Fahrer bezahlen müssen. Und das sogar, obwohl die meisten Tesla-Ladepunkte ausschließlich für Teslas gedacht sind.

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In Europa hat Tesla mit der Einführung seines Model 3 auf den Ladestandard CCS (Combined Charging System) gesetzt und seine Supercharger genannten Ladestationen in der Variante V3 dafür ausgerüstet. Damit hat der E-Auto-Hersteller zwar auf einen weitverbreiteten Standard gesetzt, seine Ladeinfrastruktur steht jedoch nur den eigenen Fahrzeugen offen. Entgegen dieser Absicht ist es derzeit offenbar möglich, mit einem E-Auto eines anderen Herstellers (die meisten neueren Fahrzeuge setzen ebenfalls auf CCS) am V3-Supercharger Strom zu laden – und das kostenlos.

So hat etwa der E-Auto-Vermieter nextmove in einem Video die Aktion vorgeführt und kommentiert. Darin ist zu sehen, wie sich ein VW ID.3 und ein Porsche Taycan am Supercharger unentgeltlich aufladen lassen. Die Firma hat weiter getestet und herausgefunden, dass das auch mit e-Golf, BMW i3, Opel Ampera-e Hyundai Kona Electric und IONIQ Electric sowie dem Renault Zoe möglich ist.

Aus Lübeck stammt ein anderes Video, das einen e-Golf beim Betanken zeigt – eine anwesende Model-3-Fahrerin staunt.

E-Golf lädt am Tesla Supercharger kostenlos – Model 3 muss zahlen

Eigentlich prüft die Ladestation vor dem Aufladen, ob es sich um ein Tesla-Fahrzeug handelt. Außerdem verknüpft das System die anfallenden Kosten darüber mit dem Kundenkonto des Fahrzeughalters. Die derzeit kursierende Theorie lautet, dass beim Handshake zwischen V3-Supercharger und Fahrzeug etwas schiefgeht und die Ladestation irrtümlich das Betanken freischaltet, berichtet unter anderem electrek. Sollte es sich tatsächlich um einen Softwarefehler handeln, ist davon auszugehen, dass er schnell behoben wird und das kostenlose Laden nicht mehr möglich ist.

(tiw)