Tesla sucht ADAS-Tester für Autopilot und Selbstfahrfunktionen

Tesla will Autopilot und Selbstfahrfunktionen seiner Fahrzeuge stärker testen und sucht weltweit entsprechendes Personal.

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Eine Innenansicht des Model S.

(Bild: Tesla)

Von
  • Oliver Bünte

Der US-Autobauer Tesla ist weltweit auf der Suche nach Menschen, die den Autopiloten seiner Tesla-Fahrzeuge inklusive der Assistenz-Systeme ADAS (Advanced Driver Assistant Systems) sowie der Full-Self-Driving-Funktionen (FSD) für autonomes Fahren testen und dokumentieren. Dies geht aus mehreren Stellenanzeigen von Tesla hervor. Demnach sollen die ADAS-Test-Angestellten in Vollzeit arbeiten. Auch in europäischen Großstädten wie Barcelona, Mailand und Paris werden Testerinnen und Tester gesucht.

Ein adäquater Universitätsabschluss oder eine anderweitige technische Ausbildung ist für den Job als ADAS-Tester bei Tesla offenbar nicht notwendig, wie eine Stellenausschreibung für Barcelona beispielhaft für die weltweit nahezu gleichlautenden Job-Angebote zeigt.

Stattdessen setzt Tesla auf andere Skills: Als Grundvoraussetzung müssen interessierte Menschen eine lupenreine Weste in der Verkehrssünderkartei aufweisen, sicher fahren und auch ohne Assistenz-Systeme ein Fahrzeug beherrschen sowie gut navigieren können. Auch sollten Interessenten vorab Erfahrung mit ADAS und Autopilot-Systemen sowie deren Sensoren mitbringen. Ein grundlegendes Verständnis von Fahrzeug-Komponenten wie Bremsen und Servolenkung sowie deren Funktion muss ebenfalls vorhanden sein. Besonders wichtig ist Tesla offenbar eine "ausgezeichnete Liebe zum Detail und sehr hohe Beobachtungsgabe“.

Als Aufgaben führt Tesla unter anderem das Entwerfen von Testspezifikationen und Beurteilungskriterien für den Autopiloten und ADAS an. Gemäß vorgegebener Testspezifikationen sind die Systeme auf der Straße in speziellen Szenarien zu testen. Die Testdaten sollen mit von Tesla entwickelten Tools ausgewertet, Triage-, Software-Probleme und anormales Fahrzeugverhalten analysiert werden. Die Informationen gehen dann an die Entwickler-Teams und Test-Ingenieure bei Tesla, denen die ADAS-Operatoren Rede und Antwort stehen sollen. Da die Angestellten in den jeweiligen geografischen Gebieten weitgehend autark arbeiten, sind sie auch für die Erhaltung des Betriebszustandes des Fahrzeugs und etwaige Reparaturen zuständig.

Bisher hat Tesla vornehmlich ADAS-Testerinnen und -Tester für die USA gesucht, um den Autopiloten und die Systeme für autonomes Fahren zu prüfen. Der Verkehr, die Verkehrsregeln und Verkehrszeichen sowie das Fahrerverhalten in den USA unterscheiden sich aber von denen in anderen Ländern, sodass Tesla nun die Tests international auszuweiten sucht.

Teslas Modellpalette (33 Bilder)

Der Roadster war Teslas erstes Serienauto.
(Bild: Tesla)

Tesla-Chef Elon Musk ist selbst ebenfalls Tester des FSD-Pakets in seinen Fahrzeugen. Die aktuellste Version davon hat ihn zu der Aussage hingerissen, dass noch in diesem Jahr ein entsprechendes FSD-System auf Level 5 von Tesla kommen könnte. Experten zweifeln das an. Derzeit reiche das aktuelle Sensor-Setup der Tesla-Fahrzeuge nur für Level 2. Automatisiertes Fahren der Level 4 und 5 sei nur schrittweise zu erreichen und kann noch Jahre dauern, heißt es. Tesla-Fahrzeuge waren in der Vergangenheit bei offenbar aktiviertem Autopilot in Unfälle verwickelt wie beispielsweise in Texas und in Michigan.

(olb)