Texteditor: Emacs 27.1 bekommt zweierlei Tabs und verarbeitet JSON

Der freie Texteditor ermöglicht das Verwalten von Inhalten über Reiter und bietet eine verbesserte grafische Darstellung über die Libraries HarfBuzz und Cairo.

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Von
  • Rainald Menge-Sonnentag

Das Emacs-Team hat Version 27.1 des freien Texteditors veröffentlicht. Das Release ist das erste der 27-er Reihe, da Emacs traditionell keine x.0-Versionen kennt. Es bringt eine Ergänzungen bei der grafischen Darstellung mit kennt zwei unterschiedliche Ansätze für Tabs zum Organisieren des Arbeitsbereichs.

Emacs setzt neuerdings auf die GNU Multiple Precision Library (GMP) und kann ganzzahlige Werte beliebiger Größe verarbeiten (arbitrary-size integers). Unter der Haube setzt das neue Release zum nativen Parsen von JSON-Inhalte auf die Jansson Library, die wohl typischerweise performanter arbeitet als das Lisp-Paket json.el. Die native Verarbeitung ist standardmäßig aktiviert und lässt sich über den Parameter --with-json=no ausschalten.

Für das Umwandeln von Unciode-Inhalten in Glyphen setzt der Editor neuerdings auf die Text-Shaping-Bibliothek HarfBuzz. Die Anbindung an die 2D-Grafik-Library Cairo war bisher als experimentell gekennzeichnet, was nach dem Beheben einiger teils kritischer Bugs in der Implementierung nun nicht mehr der Fall ist.

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Emacs löst sich dafür von ImageMagick, das bisher standardmäßig zum Darstellen von Grafiken zum Einsatz kam. Auch für das Skalieren und Rotieren von Grafiken verzichtet der Editor auf das Grafikpaket. Hintergrund sind laut dem Emacs-Team Sicherheits- und Stabilitätsprobleme mit ImageMagick. Wer das Paket dennoch weiter verwenden möchte oder muss, kann es manuell über 'configure --with-imagemagick' manuell aktivieren.

Emacs kennt neuerdings zwei Arten zum Verwalten von Editor-Inhalten über Tabs: den Tab-Line- und den Tab-Bar-Modus. Ersterer entspricht in etwa der Art, wie Browser die Inhalte anzeigen: Jeder Buffer hat seinen eigenen Tab, und ein Klick auf einen der Reiter aktiviert den jeweiligen Inhalt. Über ein Plus-Icon lassen sich neue Tabs erstellen. Der Modus lässt sich über den Befehl global-tab-line-mode aktivieren. Die Tastenkombination Strg-x LINKS beziehungsweise der Befehl previous-buffer springt zum vorherigen und der Befehl next-buffer beziehungsweise die Tastenkombination Strg-x RECHTS zum nächsten Buffer.

Der Tab-Bar-Modus ermöglicht das Verwalten eigener Arbeitsbereiche, um beispielsweise die Inhalte von Programmierprojekten, der Textbearbeitung und für E-Mail in Workspaces zu unterteilen, die über die Tabs erreichbar sind und jeweils eigene Namen tragen.

Weiter Neuerungen in Emacs 27.1 lassen sich der Ankündigung auf der Mailing-Liste entnehmen. Zusätzliche Details finden sich in der NEWS-Datei zum aktuellen Release. Der Texteditor steht auf den GNU-Mirror-Servern zum Herunterladen bereit. Die Emacs-Download-Seite bei GNU zeigt zudem andere Möglichkeiten, die Software für unterschiedliche Betriebssyteme herunterzuladen.

(rme)