The State of Kubernetes 2021: Containerisierung im Mainstream angekommen

VMware hat seinen jährlichen Kubernetes-Report aktualisiert und stellt unter anderem fest, dass Security eine Herausforderung bleibt.

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Von
  • Robert Lippert

Kubernetes, die Standardsoftware für die Verwaltung und Orchestrierung von Containern, erfreut sich anhaltender Beliebtheit, zumindest wenn es nach VMwares aktuellem Report "The State of Kubernetes 2021" geht.

Gegenüber dem Vorjahr setzen Anwender die Software demnach zunehmend auf Produktivsystemen ein, wobei insbesondere kommerzielle Plattformanbieter wie Amazon EKS (Elastic Kubernetes Service), Microsoft AKS (Azure Kubernetes Service) oder auch VMwares Tanzu profitieren konnten. Allem Komfort dieser Anbieter zum Trotz identifiziert der nun vorgestellte Report das Thema Security weiter als die größte Herausforderung im Umgang mit Container-Umgebungen.

Der Report "State of Kubernetes 2021" verzeichnet eine deutliche Verschiebung: weg von On-Premises-Installationen und hin zu kommerziellen Plattform-Angeboten.

(Bild: VMware)

Wo im Vorjahr mit 29 Prozent noch ein gutes Drittel der befragten Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmer für die eigenen Kubernetes-Deployments auf selbstentwickelte Plattformen setzte, sei das Interesse hierfür in diesem Jahr auf 18 Prozent zurückgegangen. Profitieren konnten davon große Anbieter wie Amazon, Microsoft und VMware selbst. Wenngleich andere Anbieter wie Red Hat (OpenShift), Google (GKE) oder IBM (IKS) ihre Nutzerbasis weniger stark ausbauen konnten, kommt die Umfrage doch zu dem Schluss, dass die bestehenden Angebote den Bedarf der meisten Unternehmen inzwischen decken können. Die Anwender experimentierten nicht mehr länger mit Kubernetes, sondern setzen fertige Angebote produktiv ein.

Die Mehrzahl der Befragten setzt mittlerweile auf kommerzielle Plattformen, On-Premises-Deployment von Kubernetes ist offenbar rückläufig.

(Bild: VMware)

Ein Treiber dafür sei nach wie vor die digitale Transformation in den befragten Unternehmen, wobei der Report den Trend bestätigt, dass Technologie-Entscheidungen wie für den Einsatz von Kubernetes nicht mehr länger nur von den IT-Abteilungen allein getroffen würden. Rund 83 Prozent der Befragten bestätigen diese Beobachtung. Auffallend ist hier, dass gegenüber dem Vorjahr noch deutlich weniger Befragte einen "Lack of Ownership", also einen Mangel an Zuständigkeit kritisieren. Die Teams scheinen also Wege gefunden zu haben, besser zusammenarbeiten zu können.

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Mit anhaltender Beliebtheit kommen jedoch neue Herausforderungen auf die Anwender zu, was VMware auch in The State of Kubernetes 2021 konstatiert. Fehlende Expertise erschwere bei über der Hälfte der Befragten die Entscheidung für eine mögliche Kubernetes-Distribution: 37 Prozent der Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmer geben an, bereits damit Schwierigkeiten zu haben, geeignete Experten einzustellen. Grundlagen wie Deployment, Betrieb und Wartung seien entsprechend weiterhin die drängendsten Bedürfnisse bei unerfahrenen Anwendern.

Qual der Wahl: Mehrheit der Befragten tut sich offenbar schwer mit der Entscheidung für eine geeignete Kubernetes-Distribution.

(Bild: VMware)

Mit steigender Expertise gewinne das ganze Themenfeld DevSecOps im Umgang mit Kubernetes weiter an Bedeutung. Der Report sieht in dem Ansatz eine tragende Rolle, um zügige und kontinuierliche Releases sicherzustellen. Ganz konkret identifiziert die Umfrage sechs wesentliche Security-Faktoren in Verbindung mit Kubernetes – nämlich die Anwendbarkeit von Regeln über Cluster und Teams hinweg (23 % der Befragten), die Absicherung von Workloads zur Laufzeit (21 %) und von Container-Images in der CI/CD-Pipeline (19 %), die Zugriffskontrolle auf Cluster (17 %), nicht behobene Schwachstellen in Kubernetes-Distributionen und das Management von Secrets, also die verschlüsselte Darstellung sensibler Informationen im Code (8 %).

The State of Kubernetes 2021 fasst die Einschätzung von knapp über 350 Befragten aus überwiegend US-amerikanischen und kanadischen Unternehmen ab 1000 Mitarbeitern zusammen. Der Report steht nach Registrierung unter vmware.com kostenfrei als PDF zur Verfügung.

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(sih)