Thin-Client-Betriebssystem openthinclient 2020.2: Abschied von 32 Bit

Mit der Version 2020.2 vollzieht openthinclient den endgültigen Umstieg auf 64 Bit. Die integrierte Citrix-Workspace-App bietet Plug-ins für Teams und Zoom.

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(Bild: openthinclient)

Von
  • André von Raison

Mit der jetzt vorgestellten Version 2020.2 ihres Thin-Client-Betriebssystems schneidet die openthinclient GmbH alte Zöpfe ab und verabschiedet sich von 32-Bit-Plattformen. Daneben spendierte man der Software die Fähigkeit per UEFI-PXE auch auf neuerer Hardware über das Netz zu booten. Die bisher noch gepflegte Unterstützung für 32-Bit-Geräte entfällt, openthinclient 2020.2 funktioniert ausschließlich auf Intel-kompatiblen 64-Bit-Thin-Clients oder -PCs.

Als Unterbau nutzt openthinclient ein auf den Einsatzzweck angepasstes Debian 10 (Buster) auf dem unter anderem für die Verbindung zum Terminal-Server FreeRDP 2.2 und der Citrix-Client 2009 mit Plug-ins für Zoom und Teams bereitstehen. Zum Arbeiten mit älteren Windows-Servern bis 2008 gibt es RDesktop 1.8.6. In reinen Cloud-Umgebungen dient Chromium als Browser, Firefox hat der Hersteller entfernt.

Die Software gibt es in zwei Varianten. Zum einen als Server-Installation für ein zentrales Management der Thin Clients mit dem linuxbasierten Betriebssystem. Die gibt es wahlweise als Installer (Linux und Windows, je ca. 170 MByte) oder als virtuelle Appliance (HyperV und VMare, 2,7 beziehungsweise 2,9 GByte). Zum anderen hat openthinclient mit der Version client-OS-on-a-Stick ein ausschließlich auf USB-Sticks installierbares Live-System im Portfolio. Das bringt neben dem OS und den bereits genannten Apps sein lokales Management mit. Über das integrierte OpenVPN kann man es nutzen, um aus Niederlassungen oder auch aus dem Home-Office mit einem Thin Client sicher auf die Unternehmensserver zugreifen zu können.

Über eine übersichtliche Managementoberfläche lässt sich die openthinclient-Umgebung verwalten.

(Bild: openthinclient)

Das Anlegen, Booten und Administrieren eines neuen Thin Clients erfolgt über die zentrale openthinclient-Management-GUI innerhalb weniger Minuten. Je nach Konfiguration booten die Clients ein angepasstes Thin-Client-Betriebssystem über das Netz oder laden es als Image vom USB-Stick. Anschließend werden die typischen Server-Based-Computing-Anwendungen wie Citrix oder RDP gestartet. Der Thin Client greift dann auf den virtuellen Desktop zu und User können mit ihrer Arbeit beginnen. Einstellungen wie Benutzerrechte, freigegebene Applikationen et cetera erfolgen über das Citrix Workspace Environment Management oder über den Terminal-Server Manager.

Sowohl den Management-Server als auch die on-a-stick-Varianten kann man kostenlos – und ohne Support – ausprobieren. möglich. Für beides muss man sich registrieren und etwas umständlich einen 0€-Kauf absolvieren. Die on-a-stick-Variante kann man 30 Tage ausprobieren, den Management-Server kann man bis 49 Clients dauerhaft kostenlos nutzen. Die kostenpflichtigen Lizenzen beginnen bei 60 Euro pro Jahr für openthinclient-on-a-stick.

(avr)