Tip Jar: Trinkgelder für Twitter-Tweets geben

Twitter-Nutzer sollen Geld verdienen können. Für reguläre Tweets können sie über Tip Jar Geld von der Community erhalten – allerdings birgt das wohl ein Risiko.

Lesezeit: 3 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 15 Beiträge

(Bild: Koshiro K/Shutterstock.com)

Twitter hat mit Tip Jar für die englischsprachige Version testweise eine Bezahloption für Twitter-Anwender eingeführt. Twitter sieht dies als eine Möglichkeit an, dass Nutzer neben Follows, Likes und Retweets für ihren Content eine monetäre Belohnung erhalten können. Auch im hauseigenen Clubhouse-Clon Spaces sollen sie Zahlungen versenden und annehmen können. Allerdings gilt das zunächst nur für Anwender, die die App unter Android verwenden. Doch ganz so sicher scheint die Funktion noch nicht zu sein: Ein Tip-Jar-Nutzer stellte fest, dass die mit Paypal verknüpfte E-Mail-Adresse des Geldempfängers eingesehen werden kann – auch dann, wenn kein Geld versendet wird.

Noch steht Tip Jar nicht jedem Twitter-Nutzer offen. Wie Twitter in einem Blog-Post von Donnerstag mitteilt, sei die Bezahlfunktion derzeit nur für "eine begrenzte Gruppe“ auf der "ganzen Welt", die die englischsprachige Version der Twitter-App unter Android und iOS benutzen, verfügbar. Sie können Tip Jar für ihren Account aktivieren und nach Auswahl eines der verfügbaren Zahlungsdienstleister einen Cashtag beispielsweise in Form von $Nutzername einfügen. Danach wird ein entsprechendes Tip-Jar-Symbol mit verknüpftem Cashtag im Twitter-Profil neben dem Folgen-Button angezeigt. Fortan können die Anwender Zahlungen entgegennehmen und versenden.

Tip Jar verwendet unterschiedliche Zahlungsdienstleister.

(Bild: Twitter (Screenshot))

Twitter stellt dafür allerdings keine eigene native Bezahlfunktion zur Verfügung, sondern bedient sich etablierten Zahlungsdienstleistern. Nach Angaben von Twitter sind das zurzeit Bandcamp, Cash App, Patreon, Paypal und Venmo. Offenbar entpuppt sich genau das aber zurzeit als Problem: Wie Twitter-Nutzer Ashkan Soltani festgestellt hat, wird die E-Mail-Adresse des Zahlungsempfängers nach dem Druck auf das Tip-Jar-Symbol angezeigt. Twitter-Anwender könnten so reihenweise an die E-Mail-Adressen anderer Nutzer gelangen. In einem von Soltani veröffentlichten Video mit verknüpftem Zahlungsdienstleister Paypal wird dieser Umstand deutlich. Das gilt allerdings nur, wenn der Anwender für Paypal keinen Nickname über Paypal.me angelegt hat. Wie es bei anderen Zahlungsdienstleistern aussieht, ist zunächst unklar.

Twitter selbst schreibt in den FAQ zu Tip Jar, dass bei aktiviertem Zahlungsempfang bei Verwendung eines Drittanbieters der Benutzername für den Service, möglicherweise auch weitere Informationen wie der vollständige Name oder die Adresse und die Höhe der Zahlung angezeigt werden können. Dies sei von den Drittanbietern abhängig. Anwender sollten sich deshalb vorab über die Bedingungen der Drittanbieter informieren, heißt es dazu von Twitter und schiebt das Problem damit von sich.

Twitter will Tip Jar nach und nach auf andere Sprachen ausweiten. Einen genauen Fahrplan dafür nannte das Unternehmen aber nicht.

(olb)