TomTom startet seine neue Karten-Plattform – auf Basis von OpenStreetMap

Nichts weniger als ein komplett neues Unternehmensmodell schwebt TomTom mit seiner Karten-Plattform vor. Wichtigster Partner ist das freie OSM-Projekt.

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(Bild: TomTom)

Von
  • Moritz Förster

Als größten Schritt der Firmengeschichte bezeichnet TomTom den Start seiner neuen Karten-Plattform. Letztere soll die Karteninformationen aus unterschiedlichen Quellen zusammentragen und Dritten zum Bau eigener Kartenapplikationen zur Verfügung stellen. Und auch wenn TomTom in seiner Ankündigung vage von vielen großen Partnern und Sensordaten spricht, steht der primäre Lieferant der Kartengrundlagen bereits fest: OpenStreetMap (OSM) nimmt in der Ankündigung der neuen Plattform die prominente Stellung ein.

Generell sollen aber Kunden von TomTom ebenfalls ihre Daten beitragen. Hierbei soll die Plattform ausschließlich die Informationen erhalten, die die Karten besser und schneller aktuell halten. Als Beispiel nennt die Ankündigung einen Lieferdienst: Er identifiziert zwar eine neue Straße, behält die Daten zu einem beliebten Imbiss jedoch als geistiges Eigentum weiter für sich. Auf diese Weise würden alle Nutzer von einer besseren Karte profitieren und gleichzeitig weniger Energie in solche Dienste stecken müssen.

Die neue Plattform richtet sich zunächst primär an Unternehmen, die eigene Karten zum Beispiel für ihre Webseite erstellen wollen, sowie Entwickler im Verkehrs- und Logistikbereich. Zunächst wird der Zugriff jedoch auf ein Early-Access-Programm beschränkt sein – das noch nicht gestartet ist. Interessierte sollen sich per Kontaktformular bei TomTom anmelden. Auf die Karten selbst sollen Nutzer schließlich 2023 zugreifen können. Den hierfür nötigen Endpoint-Client will der Anbieter ebenfalls im Rahmen der Preview-Phase bereitstellen.

Abgesehen davon, dass die neue Karten-Plattform umfangreich auf OSM-Daten basieren wird, gibt es bislang wenig Informationen zur Zusammenarbeit zwischen dem Unternehmen und dem freien Projekt. In der Ankündigung ist lediglich vom Respekt gegenüber dem Enthusiasmus der OSM-Community die Rede und dass TomTom den Geist der Zusammenarbeit auch gegenüber OSM leben wolle. Allerdings scheint die Kooperation weiter als das zu gehen: Wie das Verhältnis des Unternehmens zum Projekt genau aussieht, will TomTom bald genauer erläutern.

Zumindest sollen die mit TomTom assoziierten Navigationsgeräte künftig der Vergangenheit angehören. Mit ihnen sei das Unternehmen gestartet, mit der neuen Karten-Plattform sei es bei Version 2.0 angekommen. In einer separaten Mitteilung beschreibt TomTom schließlich die wirtschaftlichen Ziele des Generationenwechsels: Insbesondere im Enterprise- und Automotive-Sektor will der Anbieter bis 2025 deutlich zulegen, konkret peilt er ein Wachstum von 10 Prozent im Vergleich zu 2021 an. Die Börse reagierte auf die Ankündigung positiv, die Aktie legte seitdem um gut 3 Prozent zu.

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(fo)