Toyota kündigt schweren Brennstoffzellen-Lkw an

Aus dem Fahrgestell des Hino XL und der Technik des Mirai baut Toyota einen Brennstoffzellen-Lkw. Der 25-Tonner soll bereits 2021 auf die Straße kommen.

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(Bild: Toyota)

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  • Florian Pillau

Toyota entwickelt mit seiner Lkw-Marke Hino einen schweren Brennstoffzellen-Lkw für den nordamerikanischen Markt. Die Unternehmen reagieren damit auf das in den USA schnell wachsende Interesse an Lastwagen mit Elektroantrieb, teilte Toyota am Dienstag mit.

Der für den US-Markt geplante Lkw basiert auf dem neu entwickelten Fahrgestell der Modellreihe Hino XL. Als Antrieb dient die bewährte Brennstoffzellentechnik, wie sie von Toyota unter anderem bereits serienmäßig in die Limousine Toyota Mirai (Test) eingebaut wird. Dazu kommt als Pufferspeicher eine Lithium-Batterie noch nicht genannter Kapazität.

Beide Unternehmen arbeiten bereits seit über fünfzehn Jahren an der Entwicklung von wasserstoffelektrischen Fahrzeugen. Das erste gemeinsame Projekt war 2003 ein Brennstoffzellenbus.

Mit dem wasserstoffgetriebenen Hino XL erweitern die Unternehmen ihre Zusammenarbeit, in deren Rahmen bereits ein 25-Tonner mit Brennstoffzellenantrieb für den japanischen Markt entwickelt wird. Die ersten Demonstrationsfahrzeuge werden voraussichtlich im ersten Halbjahr 2021 vorgestellt und erprobt. Für Japan werden das platzsparende Frontlenker-Modelle sein, in die USA kommen sie als Zugmaschinen mit Motorhaube.

Toyota hat sich im Hinblick auf die Dekarbonisierung eigene Ziele gesetzt. Im Zuge von Toyotas "Environmental Challenge 2050" soll der CO2-Ausstoß sowohl in den Werken als auch bei den Fahrzeugen drastisch reduziert werden. Wasserstoff spielt dabei – auch dank kräftiger staatlicher Förderung im Heimatland – eine tragende Rolle: "Elektrifizierte Antriebe wie die Brennstoffzellentechnik, die sowohl in Pkw als auch in Lkw und Nutzfahrzeugen, in der Schifffahrt und in Generatoren genutzt wird, spielen dabei eine entscheidende Rolle", heißt es in der Mitteilung des Unternehmens.

Dass die Elektrifizierung mittels H2 als Energieträger mit den schweren Lastkraftwagen auf die Straße kommt, ist konsequent, denn solche Autos benötigen genügend Reichweite für Langstrecken und können in ihrer Nutzlast nicht durch schwere Batterien eingeschränkt werden. Zudem benötigen sie eine schnelle Betankungsfähigkeit, um konkurrenzfähig werden zu können.

Lesetipp

Daher sieht Toyota die Brennstoffzellentechnologie mit Wasserstoff als Energieträger als einen geeigneten Weg zur Elektrifizierung des Frachtverkehrs. Wasserstoff bietet mit seiner höheren Energiedichte größere Reichweiten und eine deutlich höhere Nutzlast ähnlich der thermodynamisch angetriebener Lkw.

(fpi)