Tracking-Schutz im App Store: Ohne Transparenz geht nichts mehr

Anwendungen, die Apples neuen Kriterien für iOS 14.5 nicht entsprechen, werden künftig abgelehnt, berichten Entwickler.

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(Bild: Andrew Derr/Shutterstock.com)

Von
  • Ben Schwan

Anwendungen, die in Apples App Store verbreitet werden sollen, müssen sich künftig an die sogenannte App Tracking Transparency (ATT) halten, sonst werden sie nicht mehr zugelassen. Das berichten Entwickler. Zudem erinnerte Apple selbst seine Developer auf der Entwicklerwebsite daran.

ATT bedingt, dass Anwendungen, die die zentrale Werbe-ID des iPhone auslesen wollen, dies zunächst beim Nutzer anmelden und genehmigen lassen müssen. Da viele User dies nicht tun dürften, wird eine Verfolgung der lukrativen Kunden über Anwendungen hinweg künftig erschwert – zumindest mit Apples Bordmitteln. Der Konzern will zudem verhindern, dass Entwickler Umgehungen nutzen – und entsprechende Anwendungen künftig ablehnen, falls diese entdeckt werden. Die Werbe-ID ("Apple ID for Advertisers", kurz IDFA) können Nutzer zwar bislang schon löschen und teilweise konfigurieren, allerdings bedarf es dazu eines Ausflugs in die Systemeinstellungen, was viele User unterlassen. Der nun erfolgende Opt-In macht das Tracking signifikant sichtbarer.

Entwickler, die Apps einreichen, müssen ATT nun berücksichtigen. Eingeführt wird die Technik laut Apple mit iOS, iPadOS und tvOS 14.5. Die entsprechende Änderung findet sich in den App-Store-Regeln unter Punkt 5.1.2(i). Mit Erscheinen der neuen Betriebssysteme sollen "alle Apps" ATT unterstützen, erläutert Apple weiter. Gibt der Nutzer sein Einverständnis nicht, besteht die IDFA automatisch nur noch aus Nullen und ein Nutzer dürfe nicht getrackt werden, so Apple. Laut Meldungen mehrerer Entwickler hat Apple mittlerweile damit begonnen, Apps zurückzuweisen, die bestimmte Werbe-SDKs wie das von Adjust enthalten, da darin ein Device-Fingerprinting vorgenommen wird. Entwickler sollten prüfen, ob es Updates gibt.

ATT ist nicht unumstritten. So untersuchten Wettbewerbshüter das Verfahren und Facebook machte massiv Stimmung gegen die Technik. Apple hatte die Tracking-Transparenz zunächst verschoben, rückte aber nicht davon ab, sie mit iOS 14.5 einzuführen. Mehr zum neuen App-Tracking lesen Sie im demnächst erscheinenden Mac & i-Heft 2/2021. (bsc)