Traditionell nicht zu erklären: Meteor aus Oortscher Wolke bestand aus Gestein

Ein kleiner Meteor, der vor einem Jahr über Kanada verglühte, könnte unser Bild von der Entstehung des Sonnensystems verändern – weil er nicht aus Eis bestand.

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Aufnahme des Feuerballs

(Bild: University of Alberta)

Ein heller Meteor, der vor anderthalb Jahren über der kanadischen Provinz Alberta verglüht ist, füttert Zweifel an bestehenden Theorien zur Entstehung des Sonnensystems. Denn anders als angesichts seiner Herkunft anzunehmen ist, bestand er wahrscheinlich aus Gestein und nicht aus Eis, erklärt ein Forschungsteam um Denis Vida von der University of Western Ontario. So stammte der etwa 2 kg schwere Himmelskörper aus der Oortschen Wolke am Rand des Sonnensystems.

Die wurde zwar bislang nur theoretisch beschrieben, aber alle beobachteten Objekte von dort seien aus Eis. Sollte es dort tatsächlich mehr Gesteinsobjekte geben, als bislang gedacht, könne das mit den traditionellen Modellen zur Entstehung des Sonnensystems nicht erklärt werden.

Wie das Forschungsteam jetzt erläutert, beruht unser Verständnis von den Anfängen des Sonnensystems auf der ganz grundlegenden Annahme, dass es in den äußersten Bereichen des Sonnensystems nur Objekte aus Eis gibt. Sollte sich tatsächlich bestätigen, dass es dort auch signifikante Mengen an Gestein gibt, würde sich das Bild komplett ändern.

Zu diesem Schluss sind die Forscher und Forscherinnen auf Basis der Beobachtungen vom 22. Februar 2021 gekommen. Der Meteor verglühte damals über dem kanadischen Nachthimmel, was von mehreren Kameras aufgezeichnet wurde. Die Art und Weise, wie er am Himmel aufleuchtete, weist demnach darauf hin, dass es sich um ein steinernes Objekt handelte und keinen Eisbrocken. Der ermittelte Orbit sei aber eigentlich den eisigen, langperiodischen Kometen aus der Oortschen Wolke vorbehalten.

Insgesamt handle es sich um eine der ungewöhnlichsten Beobachtungen eines Feuerballs in den vergangenen Jahrzehnten, meint Hadrien Devillepoix, der an der Analyse beteiligt war. Die ausführliche Forschungsarbeit ist im Fachmagazin Nature Astronomy erschienen.

(mho)